Kuba
Fidel Castro gibt Präsidentenamt auf

Ende einer Ära: Fidel Castro hat seinen Rückzug aus der kubanischen Politik angekündigt. Der erkrankte Revolutionsführer erklärte in einem Zeitungsbeitrag, er strebe keine weitere Präsidentschaft an und werde auch eine Wiederwahl nicht akzeptieren.

HB HAVANNA. Castro verkündete seine Entscheidung kurz vor der konstituierenden Sitzung der neuen Nationalversammlung am 24. Februar – was in Kuba auch so erwartet worden war. Castro hatte bereits im Dezember angedeutet, dass er sich bald zurückziehen werde.

Die kubanische Nationalversammlung wählt die Spitze des Staatsrats, der aus seinen Reihen den nächsten Staats- und Regierungschef bestimmt. Damit zieht Castro 49 Jahre nach seiner bewaffneten Revolution einen historischen Schlussstrich.

Die Staatszeitung „Granma“ zitierte in ihrer Internetausgabe den 81-jährigen Castro mit den Worten, er danke seinen Landsleuten für die Wiederwahl in das kubanische Parlament, was ihm eine große Ehre bedeutet habe. Dennoch kündigte er seinen offiziellen Rückzug an: „Ich teile Euch mit, dass ich das Amt des Präsidenten und des Armeechefs nicht anstreben und auch nicht annehmen werde.“

Nach seiner Erkrankung sei es seine Aufgabe gewesen, das Volk "psychologisch und politisch" auf seine Abwesenheit vorzubereiten. Nun zähle das Land sowohl auf Politiker der alten Garde als auch jüngere. "Der Weg wird schwierig sein und es ist eine kluge Anstrengung von allen nötig." Castro hatte sich noch regelmäßig in Artikeln und mit Videos zu Wort gemeldet. Das will er auch weiter tun. "Ich sage euch nicht Lebewohl. Ich möchte als Soldat der Ideen weiterkämpfen." Mit dem Wort "Danke" schloss der "Máximo Lider" seine Botschaft.

Nach seiner Darmoperation im Juli 2006 hatte Fidel Castro die Amtsgeschäfte auf unbestimmte Zeit an seinen fünf Jahre jüngeren Bruder Raul übergeben. Seitdem hat der Maximo Lider sich nicht mehr in der Öffentlichkeit blicken lassen, sondern lediglich über Staatsmedien seine politischen Ansichten verkündet. Im Dezember deutete er zudem an, er könnte sich bald endgültig aus der Politik zurückziehen und die Amtsgeschäfte vollständig an seinen Bruder übergeben. Es gilt als sicher, dass der als Pragmatiker geltende Raul zum nächsten Präsidenten Kubas gewählt wird.

Fidel Castro (81) verzichtet definitiv auf das Amt des Staatschefs in Kuba. Dies kündigte der Regimechef in einer Erklärung an, die am Dienstag in der Internetausgabe der Parteizeitung „Granma“ verbreitet wurde. Er werde aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für das Amt des Staatsratspräsidenten und des Oberkommandierenden kandidieren, erklärte Castro. Castro ist seit 18 Monaten erkrankt und hatte die Amtsgeschäfte bereits seinem jüngeren Bruder Raúl Castro übertragen. Am 24. Februar tritt die im Januar gewählte neue Nationalversammlung zusammen, um aus ihren Reihen die 31 Mitglieder des neuen Staatsrats zu bestimmen, dessen Vorsitzender gleichzeitig Staats- und Regierungschef sein wird. Die Kubaner hatten erwartet, dass Castro bis dahin seine Entscheidung über seine weitere politische Rolle bekanntgeben werde.

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