Kuba nach dem Tod Castros Ein Land zwischen Trauer und Hoffnung

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Fidel-Castro-Reportagen auf Dauerschleife
„Die Geschichte wird mich freisprechen“
1958
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„Ich bin kein Kommunist und bin auch nie einer gewesen. Wenn ich einer wäre, hätte ich den nötigen Mut, es zu verkünden.“

1961
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„Ich bin Marxist-Leninist und werde es bis zum letzten Tag meines Lebens bleiben.“

1975
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„Ich war immer ein Bewunderer Christi, denn er war der erste Kommunist: Er hat Brote und Fische vervielfacht, und das wollen wir auch tun.“

1997
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„Egal wer fällt oder wer stirbt: Die kubanische Revolution wird nicht verschwinden.“

1. Mai 2003
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„Die Ideen, für die ich das ganze Leben gekämpft habe, können nicht sterben und werden lange leben.“

2. Juli 2006
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„Die kleinen Nachbarn im Norden sollten sich keine Sorgen machen. Ich habe nicht vor, das Amt bis zu meinem 100. Geburtstag auszuüben.“

Oktober 2012
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„Unglücksraben! Ich erinnere mich nicht mal daran, was Kopfschmerzen sind.“ Castro in einem am 22. Oktober 2012 erschienenen Artikel, in dem er persönlich Todesgerüchte dementiert.

Doch der bei Touristen beliebte marode Charme des Landes ist eben: marode. Was sich gut für Postkarten und Erinnerungsfotos eignet, ist die Lebenswelt derer, die dort wohnen. Hundert Jahre alte Häuser, von denen nur noch die Fassaden stehen. Die Oldtimer, für die kaum noch Ersatzteile zu bekommen sind und die deswegen auch mit gesprungener Frontscheibe weiter genutzt werden. Die Tabakfarmen, deren Bauern 90 Prozent ihrer Ernte an den Staat abgeben müssen, und in einfachsten Verhältnissen leben.

Das positive Lebensgefühl der Kubaner scheint zunächst davon unbeeindruckt, doch auf Nachfrage äußern einige Unzufriedenheit. Das gehe überhaupt erst seit einigen Jahren, sagt einer. Vorher habe man aus Angst vor Repressionen geschwiegen.

Im Fernsehen laufen Fidel-Castro-Reportagen in Dauerschleife. Unerwartet kam der Tod des 90-Jährigen nicht. Die Pressefreiheit auf Kuba wurde nach der Revolution von Beobachtern als unfrei kritisiert.

Seit dem Ende der Sowjetunion hatte das Land lange wegen eines Handelsembargo kaum internationale Unterstützung. Es musste sich selbst versorgen, nachdem es vorher hauptsächlich Zuckerrohr angebaut hatte.

Fidel Castro habe sich lange um andere Probleme, als die wirtschaftlichen gekümmert, erzählte der Taxifahrer auf dem Weg nach Havanna. Allgemein gilt es als großer Verdienst Castros, unter anderem Krankenhäuser gebaut, die Schulbildung verbessert und die Kriminalitätsrate gesenkt zu haben. Der Taxifahrer hofft, dass Raúl sich nun um die Wirtschaft kümmern wird. Glaubt, dass er Verbesserungen bringen kann. Selbst wenn die USA unter einem Präsidenten Trump kein neuer Handelspartner werden. „Wir haben ja nichts zu verlieren“, meint der Castro-Freund. „Entweder es wird besser oder nicht.“

Als am Dienstagabend die Veranstaltung pünktlich um 19 Uhr anfängt, zücken die Kubaner auf dem Platz der Revolution ihre Smartphones. Nicht einzelne, sondern zu Hunderten. Sie rufen Fidel – und filmen sich dabei. Es hat sich bereits einiges verändert auf Kuba.

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2 Kommentare zu "Kuba nach dem Tod Castros: Ein Land zwischen Trauer und Hoffnung"

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  • Der Diktator Castro ist Tod. Es lebe die Freiheit Kubas. Danke!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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