Kuba nach dem Tod Castros: Fidel-Castro-Reportagen auf Dauerschleife

Kuba nach dem Tod Castros
Ein Land zwischen Trauer und Hoffnung

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Fidel-Castro-Reportagen auf Dauerschleife

Doch der bei Touristen beliebte marode Charme des Landes ist eben: marode. Was sich gut für Postkarten und Erinnerungsfotos eignet, ist die Lebenswelt derer, die dort wohnen. Hundert Jahre alte Häuser, von denen nur noch die Fassaden stehen. Die Oldtimer, für die kaum noch Ersatzteile zu bekommen sind und die deswegen auch mit gesprungener Frontscheibe weiter genutzt werden. Die Tabakfarmen, deren Bauern 90 Prozent ihrer Ernte an den Staat abgeben müssen, und in einfachsten Verhältnissen leben.

Das positive Lebensgefühl der Kubaner scheint zunächst davon unbeeindruckt, doch auf Nachfrage äußern einige Unzufriedenheit. Das gehe überhaupt erst seit einigen Jahren, sagt einer. Vorher habe man aus Angst vor Repressionen geschwiegen.

Im Fernsehen laufen Fidel-Castro-Reportagen in Dauerschleife. Unerwartet kam der Tod des 90-Jährigen nicht. Die Pressefreiheit auf Kuba wurde nach der Revolution von Beobachtern als unfrei kritisiert.

Seit dem Ende der Sowjetunion hatte das Land lange wegen eines Handelsembargo kaum internationale Unterstützung. Es musste sich selbst versorgen, nachdem es vorher hauptsächlich Zuckerrohr angebaut hatte.

Fidel Castro habe sich lange um andere Probleme, als die wirtschaftlichen gekümmert, erzählte der Taxifahrer auf dem Weg nach Havanna. Allgemein gilt es als großer Verdienst Castros, unter anderem Krankenhäuser gebaut, die Schulbildung verbessert und die Kriminalitätsrate gesenkt zu haben. Der Taxifahrer hofft, dass Raúl sich nun um die Wirtschaft kümmern wird. Glaubt, dass er Verbesserungen bringen kann. Selbst wenn die USA unter einem Präsidenten Trump kein neuer Handelspartner werden. „Wir haben ja nichts zu verlieren“, meint der Castro-Freund. „Entweder es wird besser oder nicht.“

Als am Dienstagabend die Veranstaltung pünktlich um 19 Uhr anfängt, zücken die Kubaner auf dem Platz der Revolution ihre Smartphones. Nicht einzelne, sondern zu Hunderten. Sie rufen Fidel – und filmen sich dabei. Es hat sich bereits einiges verändert auf Kuba.

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Die Autorin ist Redakteurin im Ressort Unternehmen & Märkte. Sie erreichen sie unter: karabasz@handelsblatt.com
Ina Karabasz
Handelsblatt / Redakteurin Unternehmen & Märkte

Kommentare zu " Kuba nach dem Tod Castros: Ein Land zwischen Trauer und Hoffnung"

Alle Kommentare
  • Der Diktator Castro ist Tod. Es lebe die Freiheit Kubas. Danke!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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