Kuba
Vize-Präsident bestreitet Krebs-Erkrankung Castros

Die Spekulationen um den Gesundheitszustand des kubanischen Staatschefs Fidel Castro reißen nicht ab. Die offizielle Seite bemüht sich jedenfalls, die Situation schön zu reden. So ist Castro nach Angaben von Vizepräsident Carlos Lage auf dem Wege der Genesung. Von Krebs könne keine Rede sein.

HB SUCRE/RIO DE JANEIRO. Lage dementierte Berichte einer brasilianischen Zeitung, wonach der „Revolutionsführer“ an Magenkrebs leide. Castro erhole sich gut von der Darmoperation, der er sich am vergangenen Montag unterzogen habe, und habe keinen Krebs, erklärte Lage am Samstagabend (Ortszeit) in Boliviens Hauptstadt Sucre, wo er der Eröffnung der verfassungsgebenden Versammlung beiwohnen wollte. Fidel Castro werde die Regierungsgeschäfte in „einigen Wochen“ wieder übernehmen. Die Operation am vergangenen Montag habe dem 79-Jährigen geholfen, sagte Lage weiter. Nach offiziellen Angaben wurde der kubanische Staats- und Parteichef wegen Magen-Darm-Blutungen operiert, die auf Stress zurückgeführt wurden.

Die gewöhnlich sehr gut informierte Tageszeitung „Folha de Sao Paulo“ hatte am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise in Brasilia berichtet, Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva sei von der Regierung in Havanna informiert worden, Castro habe einen bösartigen Magentumor. „Es sieht so aus, als werden wir unseren Freund verlieren“, habe Lula zu Mitarbeitern gesagt.

In Sucre versicherte auch Boliviens Staatspräsident Evo Morales am Samstag, Castro gehe es inzwischen wieder besser. „Er hat sich bereits erholt. Es fehlt nur noch, dass Compañero Fidel Castro die Führung des Landes wieder übernimmt“, sagte der linksgerichtete Morales.

Der knapp 80-jährige Castro hatte am Montag nach einer Darmoperation erstmals seit der Revolution von 1959 seine Ämter abgegeben. Mit der Regierungsarbeit wurde Fidels knapp fünf Jahre jüngerer Bruder Raúl beauftragt. In Havanna hieß es bisher nur, Fidel Castro habe eine Darmblutung erlitten.

Laut „Folha de Sao Paulo“ gilt aber im Fall von Castros Tod Außenminister Felipe Pérez Roque als erster Kandidat auf die Staatspräsidentschaft Kubas. Pérez Roque sei Fidel sehr treu, wisse aber von der Notwendigkeit einer Flexibilisierung der sozialistischen Karibikinsel im wirtschaftlichen Bereich.

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