Künftiger Regierungschef
Butkevicius will den Euro für Litauen

Litauens zukünftiger Ministerpräsident Algirdas Butkevicius will in dem baltischen Land den Euro einführen – und zwar möglichst bis 2015. Ansonsten drohe dem Staat das Abseits.
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Vilnius/RigaDer künftige litauische Ministerpräsident Algirdas Butkevicius strebt eine schnelle Einführung des Euro in dem baltischen Land an. Angesichts des für 2014 geplanten Beitritts Lettlands zur Eurozone drohe Litauen sonst ins Abseits zu geraten, sagte Butkevicius am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur BNS.

In den beiden nächsten Jahren werde die Inflation in Litauen noch über der Maastricht-Grenze liegen, aber 2015 sei ein realistischer Zeitpunkt für die Übernahme der Gemeinschaftswährung. Von den drei baltischen Staaten hat bislang nur Estland den Euro eingeführt. Die Sozialdemokraten unter Butkevicius hatten die Parlamentswahl Ende Oktober gewonnen und wollen künftig mit einem Viererbündnis regieren.

Präsidentin Dalia Grybauskaite kündigte zuvor an, doch Butkevicius zum neuen Regierungschef zu machen. Sie werde ihn auf der Parlamentssitzung am Dienstag nominieren, erklärte die Staatschefin. Die Sozialdemokraten seien die einzige Partei, die eine mehrheitsfähige Koalition bilden könne.

Die bislang oppositionellen Sozialdemokraten waren als stärkste Kraft aus den Wahlen im vergangenen Monat hervorgegangen. Grybauskaite durchkreuzte aber zunächst deren Pläne, eine Koalition mit der Arbeitspartei zu bilden, der Wahlbetrug vorgeworfen wurde.

Die Präsidentin erneuerte ihren Unmut über eine Regierungsbeteiligung der Arbeitspartei. Butkevicius sagte, die Präsidentin habe ihn aufgefordert, der Arbeitspartei keinen Ministerposten zu geben.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Künftiger Regierungschef: Butkevicius will den Euro für Litauen"

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  • Sehr richtig! Der Euro-Raum kann nur noch Länder aufnehmen, die Haushaltsüberschüsse erzielen. Alles Andere wäre ein weiterer Sargnagel für den Euro!

  • Die stehen am Abgrund und wolen nun schnell noch in den Euro, damit sie dann Hilfen bekommen.
    Noch dreister kann man nicht sein
    Im Moment, in diesr Euro-Krise kann und darf niemand mehr dem Euro beitreten

  • Da will einer eine Party besuchen, bei der schon die Lichter ausgehen.

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