Küste Somalias: Piraten kapern Uno-Schiff

Küste Somalias
Piraten kapern Uno-Schiff

Piraten haben vor der Küste Somalias ein von den Vereinten Nationen (Uno) gechartertes Frachtschiff mit Uno-Hilfsgütern für die Menschen am Horn von Afrika gekapert.

HB NAIROBI. Die mit Sturmgewehren bewaffneten Angreifer hätten den kenianischen Frachter „Rozen“ mit einem Schnellboot gestoppt und geentert, berichteten am Sonntag das Uno-Welternährungsprogramm (WFP) und das Ostafrikanische Seefahrer-Hilfsprogramm. An Bord der „Rozen“ hätten sich sechs kenianische und sechs srilankische Besatzungsmitglieder befunden.

Das Schiff habe zuvor in den Häfen Bosasso und Berbera 1800 Tonnen Lebensmittelhilfe entladen, sagte der Vize-Direktor des WFP für Somalia, Leo van der Velden. Es sei gerade auf dem Weg gewesen, eine neue Ladung für Hilfslieferungen nach Südsomalia aufzunehmen. Die „Rozen“ sei vergangenes Jahr schon einmal von Piraten angegriffen worden, habe diese damals aber abschütteln können. Laut dem Leiter der Seefahrer-Hilfe, Andrew Mwangura, gab es zunächst keinen Kontakt mit dem Frachter und keine Forderungen der Piraten. Bei den Angreifern handle es sich vermutlich um eine Gruppe, die vom Hafen in Harardheere aus operiere und sich in den vergangenen Monaten neu gruppiert habe.

Die zum Jahreswechsel von der somalischen Übergangsregierung und äthiopischen Truppen gestürzten Islamisten, die seit Sommer 2006 weite Teile Somalias kontrolliert hatten, waren entschieden gegen die Piraterie vorgegangen. Nach eigenen Angaben wollten sie damit die Gewässer vor der Küste Somalias sicherer machen. Die Vereinten Nationen sahen den Grund dagegen darin, dass die Islamisten eine von den Piraten gestohlene Waffenlieferung zurückbekommen wollten.

Die Küste Somalias ist wegen der Piraterie eine der gefährlichsten der Welt, weil es in dem Land seit dem Sturz des Diktators Mohamed Siad Barre 1991 keine stabile Regierung und damit auch keine Überwachung der Gewässer mehr gibt.

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