Kukes hält die Yukos bereits für ausgestanden
Die Normalität ist nur gespielt

„Business as usual.“ Vier Mal benutzt Simon Kukes diesen Ausdruck auf der gut einstündigen Konferenz, bei der er am Dienstag in Moskau Details zum Führungswechsel bei Yukos preisgeben wollte.

MOSKAU. Als säße der bisherige Chef und Hauptaktionär des größten russischen Unternehmens, Michail Chodorkowskij, gar nicht mehr in Haft, spielen die acht Herren des Yukos-Vorstands vor zwei Dutzend aufgebauten Kameras Normalität.

Der 1977 aus Russland in die USA ausgewanderte Ölexperte Kukes ist der neue Vorstandsvorsitzende von Yukos, nachdem er sechs Monate lang als Chef im Aufsichtsrat des Konzerns gesessen hat. „Er ist gescheit, fähig und absolut erfahren in der Ölindustrie“, lobt Aufsichtsratskollegin Sarah Care den Russen mit amerikanischem Pass.

Mit dem 56-Jährigen kommt eine neue Manager-Generation ans Ruder – es bildet sich eine Struktur von Leuten, die sich nicht als Eigentümer, sondern als Lenker verstehen. Nach seinem Studium in Moskau war Kukes an die Rice University in Houston gegangen, anschließend wechselte er zu den Ölfirmen Phillips Petroleum und Amoco. Deren Russland-Interessen ließen Kukes 1996 nach Moskau blicken und ein Angebot als Vize bei Yukos annehmen. Zwei Jahre später wurde er nach einer Ausschreibung Präsident des sibirischen Ölförderers TNK. Diesen Posten hatte er im Zuge der Fusion von TNK mit dem britischen Erdölkonzern BP verloren, worauf er Aufsichtsratschef bei Yukos wurde. Neben Kukes halten noch zwei weitere US-Ölexperten und vier Russen die Fäden bei dem Konzern in den Händen, der bis Jahresende durch die Fusion mit Sibneft zum weltweit viertgrößten Erdöllieferanten aufsteigen wird.



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