Kundgebungen für und gegen US-Präsidenten
Bush auf Stippvisite in Südkorea

Tausende Menschen haben US-Präsident George W. Bush bei seinem voraussichtlich letzten Staatsbesuchs im südkoreanischen Seoul empfangen. Die Mehrheit versammelte sich für Sympathiekundgebungen, es gab aber auch Proteste.

HB SEOUL. Tausende von Südkoreanern protestierten am Dienstag in Seoul gegen die Wiederzulassung von umstrittenen US-Rindfleischimporten, wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete. Dabei riefen sie auch "Bush raus, Myung Bak raus!" in Anspielung auf den konservativen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak. Nur 300 Meter entfernt versammelten sich hingegen rund 30 000 Mitglieder von konservativen und christlichen Gruppen sowie Veteranenverbänden, um zur Einheit mit dem Bündnispartner USA aufzurufen. "Wir begrüßen Bushs Besuch", war auf einem Ballon zu lesen.

Bushs Kurzbesuch in Seoul erfolgt unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen. Rund 24 000 Bereitschaftspolizisten waren nach Medienberichten im Einsatz. Die politischen Gespräche Bushs sind für Mittwochmorgen (Ortszeit) geplant, wenn er zum dritten Mal in diesem Jahr mit seinem seit Februar amtierenden Amtskollegen Lee zusammenkommt. Im Mittelpunkt des Treffens stehen die Zukunft der strategischen Allianz zwischen beiden Ländern und die Fortschritte im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

Als weitere Themen nannten Regierungsbeamte in Seoul die Ratifizierung des bereits im Vorjahr unterzeichneten bilateralen Freihandelsabkommens und die Aufnahme Südkoreas in das Programm für USA-Reisen ohne Visum. Washington will mit Seoul auch über die Unterstützung beim Wiederaufbau in Afghanistan sprechen.

Bereits vor der Ankunft Bushs hatten mehrere koreanische Gruppen ihre Forderung nach einer kompletten Neuverhandlung des Abkommens mit den USA vom April über die Aufhebung des Importverbots von US- Rindfleisch bekräftigt. Viele Südkoreaner befürchten aufgrund früherer Fälle der Rinderseuche BSE in den USA Gesundheitsrisiken durch die Einfuhren. Vor einem Monat hatten anti-amerikanische Massendemonstrationen einen geplanten Abstecher Bushs vom G8-Gipfel im japanischen Toyako nach Südkorea verhindert.

Nach einem Treffen mit US-Soldaten in Südkorea wollte Bush noch am Mittwoch nach Thailand weiter reisen. Am Freitag nimmt er an der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2008 in Peking teil. In China will Bush auch offen über Menschenrechte und Religionsfreiheit sprechen. Dies kündigte er in einem am Dienstag veröffentlichten Interview der "Washington Post" an. Bush würdigte zugleich Chinas Bemühen, die Ausbreitung von Nuklearwaffen in Nordkorea und im Iran zu verhindern; Peking müsse aber auch helfen, stärkeren Druck auf Diktaturen wie in Birma und im Sudan auszuüben.

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