Kundus Selbstmordkommando greift Lager der afghanischen Armee an

Einen Tag nach dem Truppenbesuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Kundus hat ein Selbstmordkommando der Taliban ein Ausbildungslager der afghanischen Armee in der Stadt angegriffen.
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Bundeswehrsoldat auf Patrouille in Kundus. Der Anschlag ereignete sich im Einsatzgebiet der deutschen Soldaten. Quelle: DAPD

Bundeswehrsoldat auf Patrouille in Kundus. Der Anschlag ereignete sich im Einsatzgebiet der deutschen Soldaten.

HB KUNDUS/KABUL. Im Einsatzgebiet der Bundeswehr in Afghanistan sind am Sonntag bei einem Anschlag mehrere einheimische Sicherheitskräfte getötet worden. In Kundus hatte ein Selbstmordkommando der Taliban ein Ausbildungslager der afghanischen Armee angegriffen. "Drei Armeesoldaten und zwei Polizisten wurden bei dem Schusswechsel mit den Selbstmordattentätern getötet", sagte der Polizeichef der nordafghanischen Provinz Kundus, Abdul Rahman Sayedkhili.

Mindestens drei Aufständische seien bei den Kämpfen am Sonntag ums Leben gekommen. Auch in Kabul griff ein Selbstmordkommando afghanische Soldaten an.

Sayedkhili sagte, mindestens vier Taliban-Kämpfer seien am frühen Morgen in das Ausbildungslager in Kundus eingedrungen. Zwei der Aufständischen hätten ihre Sprengstoffwesten bei den anschließenden Gefechten gezündet, ein weiterer sei erschossen worden. Mindestens ein weiterer Taliban-Kämpfer liefere sich noch Schusswechsel mit den Sicherheitskräften. Das angegriffene Camp liegt in der Stadt Kundus, das deutsche Feldlager außerhalb in der Nähe des Flughafens.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa beobachtete, wie zehn Tote oder Verletzte ins Krankenhaus gebracht wurden. Aus dem Lager waren Schüsse und Explosionen zu hören. Die Taliban bekannten sich zu dem Angriff. Die Internationale Schutztruppe Isaf teilte am Sonntag mit, in der Nacht zuvor seien bei einem Einsatz mehrere Aufständische in der Provinz Kundus getötet worden.

Merkel hatte die deutschen Soldaten in Kundus am Samstag besucht. Die Visite war aus Sicherheitsgründen vorab nicht angekündigt worden. In Kundus hatte die Kanzlerin im Zusammenhang mit dem Konflikt in Afghanistan deutlich wie nie zuvor von einem "Krieg" gesprochen.



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