Kunstmarkt
Ein paar ganz dicke Sachen

Kreditkrise? Rezessionsangst? War da etwa was? Der Kunstmarkt boomt einfach weiter. Was gebeutelte Hedge-Fonds-Manager und Investmentbanker nicht mehr abnehmen, das kaufen die neuen Milliardäre aus Mumbai oder Dubai.

LONDON. Stolz steht Sotheby's-Experte Oliver Barker in London vor dem Triptychon von Francis Bacon. Die französische Winzerfamilie Christian Moueix will sich nach über 30 Jahren von dem Werk trennen. Anfang Mai in New York soll dieser Château Pétrus des Kunstmarkts „mindestens 70 Millionen Dollar“ bringen – fast 18 Millionen mehr als jemals für ein Bacon-Werk gezahlt wurde. Die Qualität „ist eben ungewöhnlich“, sagt Baker.

Konkurrent Christie's ist nicht weniger zuversichtlich. Lucien Freuds Akt von „Big Sue“ auf dem Chesterfield Sofa ist auf 35 Millionen Dollar geschätzt, Claude Monets Eisenbahnbrücke auf 40 Millionen. Alles wären neue Rekorde.

Kreditkrise? Rezessionsangst? Der Kunstmarkt ignoriert sie bisher. Die Preise steigen weiter: Ob auf der Art Cologne, die gestern in Köln begann, ob in London, New York oder Maastricht. Prestigeträchtige Auktionen geben die Richtung vor. Was Hedge-Fonds-Manager und Investmentbanker nicht mehr kaufen, kaufen nun die neuen Rohstoff-Reichen aus den Schwellenländern.

Wer den Boom verstehen will, der fragt Phillip Hoffmann. Er hat zum Investorenseminar bei Sotheby's eingeladen, um zu erklären, warum Kunst auch mitten in der Subprime-Krise eine sichere Sache ist. Hoffmann, Manager des bekanntesten Kunstinvestitionsfonds der Welt, spricht über Preisindizes, Fonds und die „Blue Chips“ des Kunstmarkts, den Markenkünstlern. „Ein Damien Hirst ist wie eine Tasche von Louis Vuitton. Nur teurer“, sagt Hoffmann.

Und immer mehr Menschen können ihn sich leisten: „1990, als ich bei Christie's arbeitete, gab es weltweit 4 000 Kunstsammler, die mehr als eine Million Dollar im Jahr für Kunst ausgeben konnten. „Heute sind es 400 000. In ein paar Jahren werden es vier Millionen sein.“

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