Kurden-Konflikt erreicht Istanbul
Bewaffnete feuern auf US-Konsulat

Unbekannte Bewaffnete haben laut Fernsehberichten das Feuer auf das US-Konsulat in Istanbul eröffnet. Bei dem Angriff sei niemand verletzt worden. Die mutmaßlichen Angreifer konnten zunächst fliehen.
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IstanbulIn der Nacht hat ein mutmaßlicher Selbstmordattentäter eine Polizeiwache in dem Istanbuler Viertel Sultanbeyli angegriffen. Nur wenige Stunden zuvor war eine Autobombe vor dem Konsulat in die Luft gegangen. Laut Medienberichten starben bei einer anschließenden Schießerei mehrere Menschen. Bei anschließenden Zusammenstößen mit der Polizei wurden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan zwei mutmaßliche Extremisten getötet. Welcher Gruppierung sie angehörten, war zunächst unklar.

Die beiden mutmaßlichen Angreifer, eine Frau und ein Mann, konnten zunächst flüchten, die Frau wurde kurz darauf aber Medienberichten zufolge festgenommen. Sie sei bei dem Schusswechsel verletzt worden. Diplomatische Einrichtungen der USA in der Türkei waren in der Vergangenheit wiederholt das Ziel von Angriffen.

Die türkische Regierung hatte unlängst einen "synchronisierten Krieg gegen den Terrorismus" ausgerufen und sowohl den Islamischen Staat (IS) als auch kurdische Extremisten ins Visier genommen. Hunderte Verdächtige in der Türkei wurden festgenommen, darunter auch Mitglieder der linksextremen Gruppe DHKP-C. Diese hatte sich 2013 zu einem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara bekannt, bei dem ein türkischer Wachmann getötet wurde.

Die USA nutzen seit Sonntag den türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik für ihren Lufteinsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Washington hatte den NATO-Verbündeten Türkei seit langem gedrängt, sich am Kampf gegen den IS zu beteiligen, worauf Ankara bislang ausweichend reagierte. Diese Haltung änderte sich nach einem Anschlag mit 32 Toten in der Türkei, für den die türkische Regierung den IS verantwortlich machte. Die Türkei flog daraufhin einige Luftangriffe gegen den IS in Syrien.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kurden-Konflikt erreicht Istanbul: Bewaffnete feuern auf US-Konsulat"

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  • Sollten das Kurden gewesen sein, so muß man ja auch die Frage stellen, warum die UA der Trükei die Unterstützunge gegeben haben, gegen IS zu kämpfen, wohlwissend, dass die Türkei dies nicht tut, sondern nur ggen die Kurden kämpft.

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