Kurden-Konflikt in der Türkei
Erdogan will Offensive gegen PKK weiterführen

Seit Wochen kämpfen türkische Sicherheitskräfte im Südosten des Landes gegen die Kurdenpartei PKK. Im neuen Jahr will Präsident Erdogan die Offensive weiterführen: „Unsere Kräfte werden mit der Säuberung weitermachen.“

IstanbulDer türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat seine Entschlossenheit im Kampf gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK ausgedrückt. Die Organisation werde „bis zum Ende“ bekämpft, sagte Erdogan in seiner am Donnerstag Online veröffentlichten Neujahrsansprache. „Unsere Sicherheitskräfte säubern sowohl die Berge, als auch die Städte Meter um Meter von den Terroristen und sie werden mit der Säuberung weitermachen“, sagte er.

Im Juli entflammten nach mehr als zwei Jahren Feuerpause erneut Kämpfe zwischen der PKK und der türkischen Regierung. Seit rund zwei Wochen gehen Sicherheitskräfte in einer Großoffensive gegen die PKK im Südosten der Türkei vor. Immer wieder werden Ausgangssperren in mehreren Bezirken verhängt. Die Armee setzt nach Angaben von Augenzeugen Panzer in den Städten ein.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) beklagte in einem kürzlich veröffentlichten Bericht Rücksichtslosigkeit gegenüber den Anwohnern und forderte eine Unabhängige Untersuchung zur Todesursache von zivilen Opfern.

Erdogan sagte, im gesamten Jahr 2015 seien 3100 „Terroristen“ und 200 Sicherheitskräfte getötet worden. Er drückte sein Bedauern über Zivilisten aus, die während der Kämpfe ums Leben kamen, nannte jedoch keine Zahl. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden seit Juli mehr als 100 Zivilisten getötet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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