Kurdenpartei
PKK-Chef Öcalan ruft zu Waffenruhe auf

Im Konflikt um Autonomie der Kurdengebiete in der Türkei bahnt sich eine Wende an. Der inhaftierte Chef der PKK hat seine Anhänger zu einer Waffenruhe aufgefordert. Seine Kämpfer sollen sich aus der Türkei zurückziehen.
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IstanbulDer inhaftierte kurdische Rebellenführer Abdullah Öcalan hat zu einer Waffenruhe aufgerufen. „Wir haben den Punkt erreicht, wo die Waffen schweigen und die Ideen sprechen müssen“, sagte Öcalan laut einer am Donnerstag von kurdischen Abgeordneten in türkischer und kurdischer Sprache verlesenen Mitteilung. „Eine Tür ist geöffnet, die vom bewaffneten Kampf zu einem demokratischen Kampf führt“, sagte Öcalan demnach.

Es sei nun eine Phase erreicht, in der sich die bewaffneten Teile seiner Bewegung „hinter die Grenze“ zurückziehen müssten. „Wir haben Jahrzehnte für das kurdische Volk geopfert und haben einen hohen Preis bezahlt“, sagte Öcalan.

Das sei nicht umsonst gewesen, denn die Kurden hätten ihre eigene Identität dabei gefunden. Der Kurdenführer kündigte nun aber eine neue Ära an, in der ein politischer Kampf ausgetragen werde. Einen Zeitplan für den Rückzug der schätzungsweise 4000 kurdischen Kämpfer kündigte Öcalan nicht an.

Die Verkündung einer Waffenruhe ist ein wichtiger Schritt, um den seit rund 30 Jahren andauernden Konflikt zwischen Öcalans kurdischer Arbeiterpartei PKK und der türkischen Regierung zu beenden. Die PKK, die von der Regierung in Ankara und ihren westlichen Verbündeten als Terrororganisation eingestuft wird, kämpft für Autonomie im Südosten der Türkei.

Der türkische Innenminister Muammer Güler zeigte sich skeptisch nach dem Verlesen der Mitteilung. Öcalan spreche eine Sprache des Friedens, aber man müsse sehen, wie seine Worte umgesetzt würden, sagte Güler.

Der seit 14 Jahren inhaftierte Öcalan verhandelt seit Dezember mit der türkischen Regierung, um den Konflikt zu beenden, der seit 1984 Zehntausende Menschen das Leben gekostet hat. Als Teil der Friedensbemühungen hatten die kurdischen Rebellen kürzlich acht türkische Geiseln freigelassen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kurdenpartei: PKK-Chef Öcalan ruft zu Waffenruhe auf"

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  • warum dieser hass? bring mir dochmal die beweise dass sich die pkk mit die von dir gemannten methoden finanziert! die pkk finanzoert sich durch die anhänger. nahrung usw. wird auch u.a. von pkk sympathisierenden dörfer zur verfügumg gestellt, wobei man bendenken muss, dass diese menschen sich dadurch in lebensgefahr bringen. auch werden in europäischen staaten gelder gesammelt und gespendet von sympathisten und anhängern. diese gelder finanzieren die pkk ebenfalls.
    du sagst 30000 getötete zivilisten durch die pkk? Ich sage viele 10tsd getötete kurden durch die türkische regierung. sei es durch die vielen massaker oder den allgemeinen hass gegen die kurdem der auch tag täglich durch gewalt der türkisch faschistischen bevölkerung zeigt. die medien schweigen ihr kriegt davon natürlich nichts mit, die kurden sind ja geboren um unterdrückt zu werden und auch keine menachen wieso sollte man sie also gleich behandeln und ihnen die gleichen rechte zusprechen, nicht wahr?! viele sind auch die opfer der medien und glauben zu vielem oder lasse sich einfach manipulieren durch die viele propaganda und werden unbewusst immer mehr gegen dienkurden gehetzt. sie informieren sich selber nicht sonder lasse sih von anderen beeinflussen, stimmen meinungen anderer zu und versuchen nichtmal sich mit der kurdischen geschichte zu befassen e

  • @ Torsten_Steinberg

    Sie sollten die Seiten der Grünen aufsuchen, da diskutiert man über Öcalan einhellig. Schliesslich waren es die Grünen und die SPD, die dafür gesorgt haben, dass ÖCALAN an die Türkei ausgeliefert wurde. Da sie vermutlich noch ziemlich jung sind und den Werdegang nach Öcalans Verhaftung nicht kennen oder nicht kennen wollen,
    es waren Schröder und Fischer die durch eigenen internationalen Haftbefehl das Recht hatten das Öcalan nach Deutschland zuerst kommt. Den beiden Wichtigtuern und Türkei Unterstützern winkten aber hecktisch ab und Öcalan wurde
    in die Türkei gebracht. Natürlich weis ich nicht ob Öcalan gefoltert wurde. das wissen nur die Türken und Zeitungsberichte belegen ja immerhin, wie es in Türkischen Gefängnissen zugeht. keine meldung dringt nach außen, was Öcalan so erlebt hat. Daher ist es sehr fraglich das Öcalan zum Frieden aufruft. Das sie mich gemeldet haben nehme ich ihnen nicht übel, schliesslich war und ist Deutschland ein Land wo man gerne seine
    Nachbarn der Stasi und der Gestapo gemeldet hat.

  • Ihr Beitrag ist der Sache in keiner Weise angemessen. Sie behaupten: erstens dass Öcalan gefoltert worden ist, zweitens dass es sich bei der Waffenstillstandserklärung um einen Trick handelt, drittens dass Öcalan sie unter Zwang verfasst hat. Keine dieser drei Behauptungen können sie belegen. Ihre vierte Behauptung, dass die Türkei die Erklärung verlesen hätte, ist schlichtweg falsch. Sie wurde vielmehr von kurdischen Politikern öffentlich in Diyarbakir verlesen und hat bei der mehrheitlich kurdischen Bevölkerung zum Glück sehr viel freundlichere Aufnahme gefunden als bei Ihnen. Wer diese Willensbekundung, dass Türken und Kurden Wege finden mögen, ihr Miteinander oder Nebeneinander, man wird sehen, in Zukunft mit friedlichen Mitteln zu gestalten unter Verzicht auf Gewalt, als Wisch herabwürdigt, schlägt durch seine Besserwisserei Türen zu, die zu öffnen sicher von den tatsächlich Beteiligten beider Seiten viel Einsatz und auch Überwindung gekostet haben mag und noch sehr viel mehr Mühe und Durchhaltevermögen abverlangen wird. Da kann man nur Glück wünschen zu diesem mutigen Schritt.

    Ihren zweiten Beitrag zu kommentieren erübrigt sich meines Erachtens übrigens vollends. Wegen seiner unübersehbar volksverhetzenden Tendenz habe ich ihn als Spam gemeldet. Rösler sagt zwar, Dummheit kann man nicht verbieten, aber wenigstens doch derartige Beiträge unterbinden.

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