Kurz vor Treffen von Putin und Schröder
Sorge vor antiwestlichem Kurs in Russland

In Deutschland wachsen die Sorgen vor einem antiwestlichen Kurs Russlands. Die Vorgänge in der Ukraine könnten zu einer Trübung des russischen Verhältnisses zum Westen führen, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzender Gernot Erler dem Handelsblatt.

HB BERLIN. Um so wichtiger sei das Treffen von Bundeskanzler Gerhard Schröder mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin am Montag in Hamburg. „Eine radikale Kurskorrektur in der russischen Außenpolitik ist möglich", sagte auch Alexander Rahr, Russland-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), dieser Zeitung. Putin stehe innenpolitisch stark unter Druck, den Westen in die Schranken zu weisen. „Die Bundesregierung muss in dieser Situation alles tun, um den engen Kontakt zu erhalten.“

Erler forderte, dass der Kanzler in seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten die zahlreichen Berichte in der russischen Presse ansprechen soll, in denen die Entwicklung in der Ukraine mit verschwörungspolitischen Ansätzen erklärt und als „Schuld des Westens“ bezeichnet wird. „Dies ist riskant und negativ. Es ist nicht angemessen, eine antiwestliche Stimmung zuzulassen.“ Man könne nach verfolgen, dass Quellen der Stimmungsmache auch aus der Nähe des Präsidenten kämen. „Dabei sei es völlig unzulässig, so zu tun, als ob die „orangefarbene Bewegung“ eine Erfindung des Westens sei. Es handelt sich um eine völlig autonome und aus den Verhältnissen heraus geborene Protestbewegung.“

Gleichzeitig sagte Erler, dass der Bundeskanzler an dem Plan festhalten solle, am 9. Mai 2005 an den Gedenkfeiern in Moskau dem Ende des Zweiten Weltkrieges teilzunehmen. „Ich halte die Kritik daran für absolut kleinkariert und unhistorisch.“

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