Kurzfristig abgesagt
Annan verschiebt Vermittlung in Kenia

Eine Erkrankung hat den ehemaligen UN-Generalsekretär Kofi Annan gezwungen, seine Vermittlungsmission in Kenia kurzfristig zu verschieben. Derweil kam es im Parlament in Nairobi erneut zum Streit zwischen Opposition und Regierung über die umstrittene Parlamentswahl.

dpa NAIROBI. Die Vermittlungsmission des ehemaligen UN- Generalsekretärs Kofi Annan in der innenpolitischen Krise in Kenia ist am Dienstag kurzfristig verschoben worden. Ein UN-Sprecher teilte am Abend in Nairobi mit, Annan sei an einer schweren Grippe erkrankt und könne auf Anraten von Ärzten die Reise erst in einigen Tagen antreten. Annan sollte am Abend in Kenia eintreffen, um zwischen dem umstrittenen Präsidenten Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga zu vermitteln.

Odinga erkennt Kibakis Sieg bei den Präsidentenwahlen Ende Dezember nicht an und wirft seinem Rivalen Wahlbetrug vor. Annans Ankunft war nach mehreren gescheiterten Vermittlungsversuchen mit Spannung erwartet worden. Die Opposition in Kenia will von Mittwoch an drei Tage lang landesweit gegen Kibaki und für Neuwahlen demonstrieren.

Das neue Parlament Kenias trat unterdessen am Dienstag unter starken Sicherheitsvorkehrungen zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Polizei und Militär hatten das Gebäude weiträumig abgeriegelt, um angekündigte Proteste von Menschenrechts- und Studentengruppen zu verhindern.

Bei der Wahl eines neuen Parlamentspräsidenten kam es zu heftigen Wortgefechten zwischen Regierung und Odingas Oppositionspartei Orangene Demokratiebewegung (ODM). Bei der ebenfalls am 27. Dezember abgehaltenen Parlamentswahl hatte die ODM die meisten Mandate erhalten. Odinga hatte als Präsidentschaftskandidat zwar in sechs von acht Provinzen des ostafrikanischen Landes gesiegt. Die Wahlkommission hatte dennoch Kibaki mit angeblich 230 000 Stimmen Vorsprung zum Wahlsieger erklärt. Internationale Wahlbeobachter bezweifelten, dass die Stimmen korrekt ausgezählt wurden.

Nach den Wahlen waren in Kenia blutige Unruhen ausgebrochen, bei denen mehr als 700 Menschen ums Leben kamen, rund 250 000 flüchteten aus ihren Städten und Dörfern. Die Gewalt ist in den vergangenen Tagen zwar abgeebbt, dennoch blieben die Spannungen im Land groß.

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