Kyoto-Protokoll tritt in Kraft
Kofi Annan fordert Einigkeit beim Klimaschutz

Acht Jahre nach seiner Verabschiedung ist das Kyoto-Klimaschutzprotokoll zur Reduzierung von Treibhausgasen am Mittwoch in Kraft getreten. 141 Nationen haben sich zur Teilnahme verpflichtet - doch die USA als größter Kohlendioxid-Produzent der Welt sind nicht dabei.

HB SINGAPUR/BERLIN. UN-Generalsekretär Kofi Annan fordert von der Staatengemeinschaft ein vereintes Vorgehen im Kampf gegen die zunehmende Erderwärmung. „Klimawandel ist ein globales Problem. Es erfordert eine gemeinsame Antwort“, sagte Annan in einer aufgezeichneten Rede, die im Tagesverlauf bei einem Festakt im japanischen Kyoto gesendet werden sollte. Dort war das Abkommen 1997 auf einer Konferenz der Vereinten Nationen (UN) ausgehandelt worden. „Wir dürfen keine Zeit verlieren“, mahnte Annan.

Der Leiter des UN-Umweltprogramms (UNEP), Klaus Töpfer, sowie deutsche Politiker und Verbände begrüßten das Abkommen, forderten aber weitere verstärkte Anstrengungen zum Abbau der Treibhausgase, um den Klimawandel bremsen zu können. Industriepräsident Jürgen Thumann warnte dabei im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit vor einem „einseitigen Vorpreschen der EU oder gar Deutschlands“.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sprach von einem „historischen Tag“, erklärte aber, es bleibe kaum Zeit zum Feiern. Der Klimawandel schreite schneller voran, als selbst Klimaforscher erwartet hätten. „Jetzt müssen wir die Weichen stellen.“

Das Kyoto-Protokoll ist inzwischen von 141 Staaten ratifiziert worden. Allgemein kritisiert wird, dass ihm die USA als Land mit dem weltweit höchsten Kohlendioxid-Ausstoß nicht beigetreten sind. In der Klimaschutzvereinbarung verpflichten sich die Teilnehmerländer, ihren Kohlendioxid-Ausstoß in den Jahren 2008 bis 2012 auf ein Niveau zu reduzieren, das um durchschnittlich 5,2 Prozent unter dem des Jahres 1990 liegt. Die USA und Australien lehnen es als ein Wirtschaftshemmnis allerdings ebenso ab wie mehrere Entwicklungsländer, die Ausnahmen für Schwellenländer wie Indien und China kritisieren.

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