Labour-Parteitag
Blair-Nachfolger bringt sich in Position

Der britische Schatzkanzler und mutmaßliche Nachfolger von Premierminister Tony Blair, Gordon Brown, hat auf dem Labour-Parteitag den marktorientierten Kurs seiner Partei verteidigt. Sein Bekenntnis zum Modernisierungs- und Privatisierungskurs Blairs stieß jedoch nicht nur auf Anerkennung.

HB LONDON. Labour müsse sich weiter erneuern als eine Partei, „die Macht, Reichtum und Aufstiegsmöglichkeiten für alle möglich macht, nicht nur für einige wenige“, sagte Brown am Montag in seiner Grundsatzrede auf dem Labour-Parteitag im englischen Seebad Brighton.

Brown lobte die politischen Errungenschaften von Tony Blair und versprach, die Modernisierung der Partei voranzutreiben. Er sagte mehrmals, er wolle New Labour weiter reformieren, daran arbeiteten er und Blair seit 20 Jahren. „Nur als eine Partei der Reformen hat Labour eine Zukunft“, sagte Brown vor den Parteidelegierten. Den Konservativen warf er vor, sie seien „unfähig“, sich zu erneuern.

Beobachter des Parteitags sprachen vom Beginn einer „geplanten Machtübergabe“ von Blair an Brown. Noch ist unklar, wann der 52 Jahre alte Partei- und Regierungschef Blair die Führung an Gordon Brown abgeben wird. Vize-Premierminister John Prescott hofft nach Medienberichten auf einen Rücktritt von Blair im Frühjahr oder Sommer 2007. Das würde seinem Nachfolger genügend Zeit für die Vorbereitung auf die nächsten Wahlen geben, die spätestens 2010 stattfinden.

Der linke Flügel der Partei sowie die Gewerkschaften hoffen, dass sich die Labour-Partei von der Mitte mehr nach links bewegen wird, wenn Brown den Parteivorsitz und die Regierungsführung übernimmt. Darauf habe es aber in seiner Rede keine Hinweise gegeben, meinten politische Beobachter.

Zum Irak-Krieg äußerte sich Brown in seiner Rede nicht. Am Vortag hatte Blair zum Auftakt des Parteitags die Anwesenheit britischer Soldaten im Irak verteidigt und Forderungen nach einem schnellen Truppenabzug zurückgewiesen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%