Länderbericht

IWF fordert mehr Geld für Griechenland

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) braucht Griechenland noch in diesem Jahr eine weitere Finanzspritze - ansonsten könne es seine Schulden nicht tragen. Für die Bundesregierung ist das brisant.
Update: 31.07.2013 - 17:06 Uhr 62 Kommentare
Ein Mann trägt eine griechische Flagge bei Protesten in Athen. Griechenland könnte in diesem Jahr weitere Milliarden-Hilfen brauchen. Quelle: dpa

Ein Mann trägt eine griechische Flagge bei Protesten in Athen. Griechenland könnte in diesem Jahr weitere Milliarden-Hilfen brauchen.

(Foto: dpa)

AthenIn dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreiben Mitarbeiter des IWF, dass nächstes Jahr im Rahmen des von Währungsfonds und Euro-Ländern finanzierten Rettungsplans noch 4,4 Mrd. Euro an Finanzmitteln gefunden werden müssen. Außerdem dürfte die Zusage Europas an Griechenland vom Dezember, weitere Schuldenerleichterungen zu gewähren, Maßnahmen bereits 2014 oder 2015 nötig machen, vorausgesetzt, dass Griechenland seine Haushaltsziele erreiche, so der IWF.

“Wenn die Anleger nicht überzeugt werden, dass die Strategie zur Bekämpfung des Schuldenproblems glaubwürdig ist, werden Investitionen und Wachstum sich wahrscheinlich nicht wie beabsichtigt erholen”, heißt es in dem Bericht. “Die Zusagen der europäischen Partner Griechenlands, benötigte Schuldenerleichterungen zu gewähren, um die Verschuldung auf dem beabsichtigten Weg zu halten, ist daher ein entscheidender Teil des Programms.”

Der IWF sparte aber auch nicht mit Kritik an der griechischen Politik, die es nach seiner Einschätzung an Entschiedenheit und Bereitschaft bei dringend nötigen Strukturreformen fehlen lässt. Derzeit laufe die Gesundung der Staatsfinanzen vor allem über drastische und schmerzhafte Ausgabeneinschnitte und weniger über Reformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Es gebe eine "verspätete, zögerliche und stückweise Umsetzung von Strukturreformen", bemängelte der Fonds. Griechenland müsse diese aber so schnell wie möglich durchsetzen, um für mehr Wachstum und Beschäftigung zu sorgen.
Der IWF vermeidet in seinem Länderbericht den Begriff "Schuldenschnitt", nachdem Griechenland bereits ein Großteil seiner Schulden erlassen worden ist. Viel Raum für anderweitige Maßnahmen - günstigere Konditionen und Laufzeitverlängerungen bei Krediten etwa - gibt es nach den schon umfangreichen Hilfspaketen der Vergangenheit nach Auffassung der meisten Experten allerdings nicht mehr.

Bundesregierung mauert
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62 Kommentare zu "Länderbericht: IWF fordert mehr Geld für Griechenland"

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  • Die Alternative für Deutschland hat keine Chance im September. Dank der vielen Dummy-Sendungen in Deutschland werden die fleißigen Michels die Mutti wiederwählen, da nur sie ein Garant für die Stabilität und Frieden in Europa ist. Also schön weiter zahlen, mit dem Wechsel wird's diesmal nichts. Wo liegt nochmal die AfD bei den Umfragen, bei 2 oder 3 % ?

  • Teil 2
    Im September kommt meine Quittung für die bürgerverachtende und undemokratische Absicht unserer Politiker, aus Europa einen Diktatur-Moloch zu machen, in dem wir Bürger nichts mehr zu sagen haben. ICH wollte weder den Euro NOCH will ich die Rettungspakete, von denen ich aus eigener Erfahrung (ich lebe in GR) weiß, dass sie das Gegenteil von dem bewirken, was (angeblich) angestrebt wird.
    Mittlerweile wird es doch immer deutlicher, dass die Ziele der EU-Politiker in Wahrheit völlig andere sind. Es geht doch gar nicht um GR oder andere Länder – es geht darum, den Karren so tief hinein zu fahren in den Dreck, dass die ganze Sache unumkehrbar wird. Denken Sie an die Worte von Juncker…
    Denn das Ziel ist ein Einheits-Europa, dass von Gremien dirigiert wird, die alle nicht gewählt sind. Unsere nationalen Parlamente sind dann überflüssig und dürfen bestenfalls noch über Fahrradwege abstimmen. Die neuen Herrscher werden – ganz so wie jetzt schon der ESM – unkontrollierbar sein, sie werden sich alle Privilegien genehmigen und keinem von uns Rechenschaft schulden.
    Wir werden alle abhängig sein vom zufälligen guten Willen unserer Herrscher, von der jeweiligen Tagesform.
    Das macht mir und tausenden anderen Bürgern große Angst.
    Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät.
    Im September wähle ich die Alternative für Deutschland, damit ich diesen Wahnsinn vielleicht noch im letzten Moment stoppen kann.

  • “Wenn die Anleger nicht überzeugt werden, dass die Strategie zur Bekämpfung des Schuldenproblems glaubwürdig ist, werden Investitionen und Wachstum sich wahrscheinlich nicht wie beabsichtigt erholen”

    Das ist ja schon fast lustig, wenn es nicht gleichzeitig so tragisch wäre – und so teuer.
    Denn GR wird die angeblichen Voraussetzungen für die weitere Hilfszahlungen auch in Zukunft nicht erfüllen.
    Wenn man das nicht wissen will, muss man sich schon echte Mühe geben, denn die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern.
    Der griech. Arbeitsminister hat unlängst angekündigt, dass für jede gestrichene Stelle in der Verwaltung anderswo eine neue geschaffen wird.
    Es wird also NICHT zu einem Personalabbau kommen.
    Das ging durch ALLE griechischen Medien, nur bei uns in Deutschland will man wegen der BT-Wahl die Bürger weiter für dumm verkaufen.
    Ebenso ist im Bereich der Investitionen KEINE Besserung in Sicht. Denn es gilt auch weiterhin, die Devise, dass jede Investition in GR eine griechische Investition sei. Der Investor wird demnach nichts zu sagen haben, sondern muss nach der Pfeife der allmächtigen Gewerkschaften tanzen.
    WER zum Donnerwetter tut sich das denn an!
    GR wird also weiter am Tropf hängen und die europäischen Bürger werden weiter dafür bluten müssen, dass man sich in GR nicht endlich gegen die korrupte Elite wehrt und dafür, dass ein ganzes Land nicht einsehen will, dass man nur soviel Geld ausgeben kann, wie man SELBST erwirtschaftet.
    Ende Teil 1

  • Es gibt bei Merkel auch Aussagen die eingehalten werden, wie:

    "Kein Land wird aus der Eurozone gedrängt werden."

    Die Angst, dass die unglaublich dumme Aussage: "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa", sich herausstellen könnte als "Scheitert der Euro, dann scheitert Frau Merkel" sitzt tief. Natürlich scheitern damit auch alle Parteien der Euro-Enthusiasten.

    Da kann Herr Schäuble schon mal eine "Stillhaltepille" in Form eines Geldkoffers in 3-stelliger Millionenhöhe mitbringen. Bis zum 22. September ist es ja nicht mehr lange.

    Die Griechen werden dann aus dem Euro ausscheiden, wenn ihnen die Schulden komplett erlassen wurden, und/oder sie mit der Drachme besser dran sind.
    November 2012: http://www.youtube.com/watch?v=uWjXMMNCh_Q

    Wenn es mit den Rohstoffvorkommen stimmt, und die Griechen damit hohe Einnahmen erzielen können, dann wird Deutschland garantiert nicht davon profitieren. Verträge hierzu, gekoppelt mit der Absicherung unserer Griechenlandkredite, dazu sind unsere Politiker zu unfähig. Da werden sich die Griechen ähnlich über die doofen Deutschen lustig machen wie es bei den irischen Bankern der Fall war. Danke Frau Merkel!

    In Griechenland gibt es jetzt eine Partei, die sich für den Euro-Austritt starkmacht. http://www.faz.net/aktuell/politik/rueckkehr-zur-drachme-alternativen-fuer-griechenland-12294825.html

    Hier ein interessanter Artikel über ein Tsipras-Interview: http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/interview-mit-alexis-tsipras-und-willst-du-nicht-mein-bruder-sein-12307999.html


    Entweder Absicherung ALLER unserer Kredite über Einnahmen/Beteiligungen an den griechischen Rohstoffvorkommen, falls diese den Tatsachen entsprechen, oder sofortiger Zahlungsstopp.

    Am 22.9. wird die letzte Gelegenheit sein, diesen Rettungswahnsinn zu beenden. CDUCSUSPDFDPGRUENE werden mit Sicherheit in ihrem Eurowahn fortfahren. Aber es gibt eine vernünftige Alternative, die sowohl Sachverstand als auch den gesunden Menschenverstand besitzt.

  • Was sagen eigentlich die Esten dazu, wenn der IWF meint, Griechenland bräucht mehr Geld.
    Und woher nimmt Spaniern das Geld, oder Portugal?
    Sollten nicht diese Länder viel mehr auf die Einhaltung der Haushaltssanierung Griechenlands drängen?

  • Oder soll Dtl. alle finanziell ausstatten? Warum ist eigentlich Frankreich nicht solidarisch und reicht mal eben die 5 Mrd. € an Griechenland, oder gleich 50 Mrd. € F. Hollande könnte Griechenland auch parallel alle Schulden erlassen. Dann könnten die Griechen wieder Renaults und Peugots kaufen. Oder sind die Franzosen gar nicht soooo solidarisch.

  • Insgesamt erhält Griechenland 240 Milliarden Euro an Hilfem, wobei der größte Teiul sachon ausgezahlt wurde, stand heute bin der Wirtschaftswoche !!! 240 Milliarden - das ist unglaublich !!!Und was hat sich geändert. Offesncihtlich gibt es schon wider eine Finnazierungslücke von 4,4 Milliarden Euro. Frau Merkel und Herr Schäuble - sehen Sie sich an, wie Sie unser schwer verdientes Geld zum Fenster hinauswerfen. In anderen Ländern würden Sie bestenfalls im Gefängnis sitzen - bestenfalls !! Oder Herr Schäuble hätte statt seinem Karlspreis (als großer Europäer - der absolute Witz) die Schlinge um den Hals !!

  • Wer glaubt denn, dass Griechenlands Olivenwirtschaft mit dem überbewerteten EURO wachsen wird und dass das Land die horrenden Schulden zurückbezahlen wird?.......Einer der das glaubt, der ist total bekloppt, total daneben,ein Irrealist,ein Träumer. Unsere Pilitiker glauben das selber nicht, behaupten aber das Gegenteil ,um den EURO noch psychisch eine Weile über die Runden zu bringen. Die Realität wird letzten Endes siegen.

  • Wählt im September die AfD und der Spuk des Euro-Wahnsinns auf unsere Kosten wird ganz schnell ein Ende haben.

  • Diese Statistik 'Musterschüler und Sitzenbleiber -
    so verschuldet sind die Euro Länder' bedarf einer
    dringenden Korrektur. Laut WiWo hat der Schulden-
    berg der BRD inzwischen 5,8 Billionen erreicht was
    einem BIP von 147 % entspricht.
    So dürfte es nicht mehr lange dauern, bis die BRD
    in der gleichen Situation wie Griechenland ist,
    daß sie ihre Zinsen und Tilgungen nicht mehr be-
    dienen kann, womit diese gesamte EUdSSR ihren Kon-
    kurs anmelden kann, denn für den größten Einzahler
    in diesen Eurosionsirrsinn gibt es keinen Rettungs-
    schirm! So bleibt nur noch die Rettung durch die
    AfD - Alternative für Deutschland - um aus dieser
    Haftungsunion herauszukommen.

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