Länderbericht
IWF fordert mehr Geld für Griechenland

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) braucht Griechenland noch in diesem Jahr eine weitere Finanzspritze - ansonsten könne es seine Schulden nicht tragen. Für die Bundesregierung ist das brisant.
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AthenIn dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht schreiben Mitarbeiter des IWF, dass nächstes Jahr im Rahmen des von Währungsfonds und Euro-Ländern finanzierten Rettungsplans noch 4,4 Mrd. Euro an Finanzmitteln gefunden werden müssen. Außerdem dürfte die Zusage Europas an Griechenland vom Dezember, weitere Schuldenerleichterungen zu gewähren, Maßnahmen bereits 2014 oder 2015 nötig machen, vorausgesetzt, dass Griechenland seine Haushaltsziele erreiche, so der IWF.

“Wenn die Anleger nicht überzeugt werden, dass die Strategie zur Bekämpfung des Schuldenproblems glaubwürdig ist, werden Investitionen und Wachstum sich wahrscheinlich nicht wie beabsichtigt erholen”, heißt es in dem Bericht. “Die Zusagen der europäischen Partner Griechenlands, benötigte Schuldenerleichterungen zu gewähren, um die Verschuldung auf dem beabsichtigten Weg zu halten, ist daher ein entscheidender Teil des Programms.”

Der IWF sparte aber auch nicht mit Kritik an der griechischen Politik, die es nach seiner Einschätzung an Entschiedenheit und Bereitschaft bei dringend nötigen Strukturreformen fehlen lässt. Derzeit laufe die Gesundung der Staatsfinanzen vor allem über drastische und schmerzhafte Ausgabeneinschnitte und weniger über Reformen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Es gebe eine "verspätete, zögerliche und stückweise Umsetzung von Strukturreformen", bemängelte der Fonds. Griechenland müsse diese aber so schnell wie möglich durchsetzen, um für mehr Wachstum und Beschäftigung zu sorgen.
Der IWF vermeidet in seinem Länderbericht den Begriff "Schuldenschnitt", nachdem Griechenland bereits ein Großteil seiner Schulden erlassen worden ist. Viel Raum für anderweitige Maßnahmen - günstigere Konditionen und Laufzeitverlängerungen bei Krediten etwa - gibt es nach den schon umfangreichen Hilfspaketen der Vergangenheit nach Auffassung der meisten Experten allerdings nicht mehr.

Kommentare zu " Länderbericht: IWF fordert mehr Geld für Griechenland"

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  • Die Alternative für Deutschland hat keine Chance im September. Dank der vielen Dummy-Sendungen in Deutschland werden die fleißigen Michels die Mutti wiederwählen, da nur sie ein Garant für die Stabilität und Frieden in Europa ist. Also schön weiter zahlen, mit dem Wechsel wird's diesmal nichts. Wo liegt nochmal die AfD bei den Umfragen, bei 2 oder 3 % ?

  • Teil 2
    Im September kommt meine Quittung für die bürgerverachtende und undemokratische Absicht unserer Politiker, aus Europa einen Diktatur-Moloch zu machen, in dem wir Bürger nichts mehr zu sagen haben. ICH wollte weder den Euro NOCH will ich die Rettungspakete, von denen ich aus eigener Erfahrung (ich lebe in GR) weiß, dass sie das Gegenteil von dem bewirken, was (angeblich) angestrebt wird.
    Mittlerweile wird es doch immer deutlicher, dass die Ziele der EU-Politiker in Wahrheit völlig andere sind. Es geht doch gar nicht um GR oder andere Länder – es geht darum, den Karren so tief hinein zu fahren in den Dreck, dass die ganze Sache unumkehrbar wird. Denken Sie an die Worte von Juncker…
    Denn das Ziel ist ein Einheits-Europa, dass von Gremien dirigiert wird, die alle nicht gewählt sind. Unsere nationalen Parlamente sind dann überflüssig und dürfen bestenfalls noch über Fahrradwege abstimmen. Die neuen Herrscher werden – ganz so wie jetzt schon der ESM – unkontrollierbar sein, sie werden sich alle Privilegien genehmigen und keinem von uns Rechenschaft schulden.
    Wir werden alle abhängig sein vom zufälligen guten Willen unserer Herrscher, von der jeweiligen Tagesform.
    Das macht mir und tausenden anderen Bürgern große Angst.
    Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät.
    Im September wähle ich die Alternative für Deutschland, damit ich diesen Wahnsinn vielleicht noch im letzten Moment stoppen kann.

  • “Wenn die Anleger nicht überzeugt werden, dass die Strategie zur Bekämpfung des Schuldenproblems glaubwürdig ist, werden Investitionen und Wachstum sich wahrscheinlich nicht wie beabsichtigt erholen”

    Das ist ja schon fast lustig, wenn es nicht gleichzeitig so tragisch wäre – und so teuer.
    Denn GR wird die angeblichen Voraussetzungen für die weitere Hilfszahlungen auch in Zukunft nicht erfüllen.
    Wenn man das nicht wissen will, muss man sich schon echte Mühe geben, denn die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern.
    Der griech. Arbeitsminister hat unlängst angekündigt, dass für jede gestrichene Stelle in der Verwaltung anderswo eine neue geschaffen wird.
    Es wird also NICHT zu einem Personalabbau kommen.
    Das ging durch ALLE griechischen Medien, nur bei uns in Deutschland will man wegen der BT-Wahl die Bürger weiter für dumm verkaufen.
    Ebenso ist im Bereich der Investitionen KEINE Besserung in Sicht. Denn es gilt auch weiterhin, die Devise, dass jede Investition in GR eine griechische Investition sei. Der Investor wird demnach nichts zu sagen haben, sondern muss nach der Pfeife der allmächtigen Gewerkschaften tanzen.
    WER zum Donnerwetter tut sich das denn an!
    GR wird also weiter am Tropf hängen und die europäischen Bürger werden weiter dafür bluten müssen, dass man sich in GR nicht endlich gegen die korrupte Elite wehrt und dafür, dass ein ganzes Land nicht einsehen will, dass man nur soviel Geld ausgeben kann, wie man SELBST erwirtschaftet.
    Ende Teil 1

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