Lage völlig chaotisch
Opposition schlägt Akajew in die Flucht

Nachdem die Lage in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek eskaliert ist, kochen die Spekulationen um Präsident Askar Akajew immer höher. Sie reichen von Flucht bis zu vollzogenem Rücktritt. Klar ist jedenfalls: Die Opposition steht kurz vor der Machtübernahme.

HB BISCHKEK/MOSKAU. Nach Erstürmung des Regierungssitzes in der zentralasiatischen Republik gab es am Donnerstag widersprüchliche Berichte über den Verbleib Akajews. Die russischen Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf eigene Quellen, Akajew sei mit einem Flugzeug unterwegs nach Russland. Auch kirgisische Medien spekulierten, der Staatschef sei auf einem russischen Luftwaffenstützpunkt 20 Kilometer außerhalb Bischkeks. Abweichende Meldungen, wonach Akajew mit seiner Familie bereits in Kasachstan gelandet sei, wurden in Bischkek als falsch bezeichnet. Die russischen Agenturen Itar-Tass und Ria Nowosti meldeten unter Berufung auf den Oppositionspolitiker Felix Kulow gar, dass Akajew zurückgetreten sei. Der wies solche Gerüchte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters allerdings zurück. „Ich weiß davon nichts“, sagte er. Kulow war am Donnerstag von Oppositionsanhängern aus einem Gefängnis befreit worden.

Der Repräsentant der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, der frühere slowenische Ministerpräsident und Außenminister Alojz Peterle, dementierte in Bischkek Gerüchte, Akajew halte sich in den Räumen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in der kirgisischen Hauptstadt auf.

In Bischkek herrschte zunächst ein Machtvakuum. Nach der Erstürmung des Regierungssitzes kamen Führer der in sich zerstrittenen Opposition zu ersten Beratungen über die Neuaufteilung der Staatsmacht zusammen. Nachdem sie bereits am Morgen den Sitz der Regierung besetzt hatten, kündigten sie am Nachmittag an, die Kontrolle über die zentralasiatische Republik zu übernehmen. Die OSZE forderte die Bildung einer Übergangsregierung.

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