Lambsdorff-Interview

„Putin hat Russland an den wirtschaftlichen Abgrund geführt“

Im Interview kritisiert FDP-Europapolitiker Alexander Graf Lambsdorff Russlands Präsident Putin. Dieser habe sein Land heruntergewirtschaftet. Der Westen solle aber an den Sanktionen festhalten.
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Der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff ist außenpolitischer Experte der FDP und Vizepräsident des EU-Parlaments. Quelle: dpa

Der Europaabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff ist außenpolitischer Experte der FDP und Vizepräsident des EU-Parlaments.

(Foto: dpa)

BrüsselGraf Lambsdorff, Russlands Wirtschaft gerät zunehmend ins Schlingern. Sollte der Westen seine Sanktionen zurückfahren?
Die Sanktionen müssen in der jetzigen Lage ohne jeden Zweifel beibehalten werden. Deutschland und die EU haben Russland immer wieder Hilfe angeboten und wurden jedes Mal zurückgewiesen. 

Also hat es allein die russische Regierung in der Hand, das Blatt zu wenden?

Zeigt sie sich kooperativ und ist bereit, ernsthaft mit dem Westen zu reden, gibt es eine neue Lage, die dann auch neu zu bewerten sein wird. 

Ist die europäische Sanktionspolitik in Ihren Augen erfolgreich?

Die aktuelle Entwicklung belegt, dass die Sanktionen wirken – all jene, die das Gegenteil behaupteten, sind auffallend still geworden. Die Folgen der Sanktionspolitik haben die strukturellen Schwächen der russischen Wirtschaft schonungslos offengelegt. Ausländische Investitionen in Russland sind praktisch auf null zurückgegangen und der Absturz des Rubels ist keineswegs nur eine Folge des gesunkenen Ölpreises, sondern auch der Tatsache, dass die ganze Welt jetzt weiß, dass, wirtschaftspolitisch gesprochen, der Kaiser nackt ist. 

Und die russische Bevölkerung leidet.

Schadenfreude über die aktuelle Situation wäre in der Tat ganz fehl am Platz, insbesondere, da die Preise für ganz normale Menschen vor Ort absehbar erheblich ansteigen werden. Wladimir Putin hat Russland an den wirtschaftlichen Abgrund geführt, indem er über Jahre hinweg auf Modernisierung und Diversifizierung der Wirtschaft verzichtet hat. Sogar sein eigener Wirtschaftsminister Uljukajew widerspricht Putins These von der ausländischen Verschwörung gegen die russische Wirtschaft in aller Öffentlichkeit.

 

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28 Kommentare zu "Lambsdorff-Interview: „Putin hat Russland an den wirtschaftlichen Abgrund geführt“"

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  • Uwaga! внима́ние! danger!
    gefahr für alle
    denn nur mit einem waffengang kann mann solch eine krise lösen! russland hat potenzial für einen solchen!


  • Herr Olsen

    Sie haben Recht. Der Graf ist ein Feigling und Illusionist und der langen Reihe seiner Vorfahren
    unwürdig, eine Marionette in den Händen anderer, deren aberwitzige Ziele er nicht zu erkennen in der Lage ist oder noch unwürdiger, die er kennt und unterstützt.

  • Herr Scharf

    Ich nicht, nein keine Fragen....

  • @ Herr C. Falk

    Wir wissen es, Millionen andere um uns herum wissen es, aber diese Klientel spielt die Rolle der drei Affen . . .
    Die haben nicht einmal genügend Schneid und Ehre, um würdevoll eine Niederlage, bestenfalls ein Patt, zu akzeptieren.

  • Seine Neffen kann man sich schon gar nicht aussuchen.
    Denkt sich wohl der alte Graf - und resigniert, rotiert nicht einmal im Verlies, denn der Neffe ist es nicht wert.

  • Lesen "des russischen Präsidenten"... aber alle russischen "Präsidenten" von den Zaren der alte und neueren rusischen Geschichte über die Generalsekrätere der SU bis zu Gorbatschow stehen hinter neben und über Putin und seinem Blick in Richtung China.

    Das möge der Graf zur Kenntnis nehem.

  • @ Herr C. Falk

    Ihr gut gemeinter Ratschlag wird den Grafen gänzlich verwirren und obendrein überfordern.

  • Für den Grafen "Alex"

    "Der Tod ging durch das Land. In mancherlei Gestalt tauchte er auf, überzeugte sich vom Reifen der Früchte, die er gesät. Hier und da erschien er, und denen, die ihn sahen, setzte der Herzschlag sekundenlang aus. Dann verschwand er wieder, still und stum, wie er gekommen, eine blasse Gestalt, seltsam unwirklich, durchsichtig gleichsam und ohne Schatten. Die endlose Weite der Steppe nahm ihn auf. Aber die Ernte war überreif.

    Jefim Pawlowitsch Pawlow, Rotarmist der 104. Kompanie,
    erwachte aus kurzem Dösen. Er öffnete die Augen und blinzelte in das halb ausgebrannte Feuer. Da hatte er plötzlich das ganz bestimmte Gefühl, dass ihn jemand von hinten beobachtete. Sitztend wandt er den Kopf. Kaum zehn Schritte entfernt, riesenhaft aufragendin der Einöde
    der verlassenen Landschaft, sah er einen Mann in weitem chinesischen Mantel stehen...."

    Der Graf Lambsdorff möge "besonders" den chinesischen Mantel zur Kenntnis nehmen und sich dann ein wenig mit Geopolitik im eurasisch/chinesischem Raum beschäftigen
    unter Berücksichtigung der heutigen Pressekonferenz der russischen Präsidenten Putin......


  • Hat der Graf überhaupt gedient? Ich glaube mich schwach zu erinnern, ja.

    Die Wege des deutsch-baltischen Adels sind wirklich unerforschlich. Als "Schwertbrüder" oder "Deutsch-Ordensritter" sind sie gekommen, später wurden sie zarentreue "Russen" heute sind sie wiederum eine "Speerspitzte", diesemal der amerikanischen Interessen
    in Osteuropa.

    Ich habe kürzlich ein Buch über Baron Graf Ungern-Sternberg, den "blutigen Baron" gelesen, der in den Wirren nach WKI mit seine Kosaken in der Mongolei tätig war. Auch eine Balte wie Lambsdorff.

    Ich kann nur hoffen, dass dessen "Gene" nicht auch in unsrem Grafen Alex spuken.

    Hoffen wir das mal! "g"

  • „Putin hat Russland an den wirtschaftlichen Abgrund geführt“

    Hieß es nicht jüngst, dass die EU-Sanktionen wirken? Und jetzt soll es Putin gewesen sein?

    War die FDP nicht die PArtei, die noch im letzten Bundestag vertreten war?

    Unfair! Richtig!
    Es ist nicht der FDP als Partei anzukreiden, es sind ihre unfähigen Aushängeschilder. Es ist auch eingestanden, dass in den übrigen Parteien auch nicht mehr los ist.

    Man müsste sich mit jedem Politiker geistig duellieren, kämen sie nicht völlig unbewaffnet daher. ;-)

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