Lastwagen für Ostukraine
Ukraine will Hilfskonvoi nicht ins Land lassen

Hilfe aus Russland oder Vorbereitung eines Einmarschs? Knapp 300 Lastwagen sind aus der Nähe von Moskau in die umkämpfte Ostukraine aufgebrochen. Doch niemand weiß, welche Fracht sie an Bord haben.
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MoskauDie Ukraine will russische Lastwagen mit Hilfsgütern für die Ostukraine nicht ins Land lassen. Der Konvoi werde nicht über die Grenze gelassen, sagte ein Regierungssprecher am Dienstag. Rund 280 Lastwagen mit Hilfsgütern hatten einem russischen Medienbericht zufolge die Region Moskau in Richtung Ostukraine verlassen.

Die weißen Lastwagen mit einer roten Moskauer Stadtfahne seien mit Medikamenten, Nahrungsmitteln und Schlafsäcken für die Menschen in der umkämpften Ostukraine beladen, berichtete das russische Staatsfernsehen am Dienstag. Es handele sich um 2000 Tonnen Hilfsgüter, die Bürger in Moskau und im Umland gesammelt hätten.

Reporter sagten, der Konvoi sei Teil der international vereinbarten Mission unter Leitung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. IKRK-Sprecher Andre Loersch in Kiew sagte der Nachrichtenagentur AP, trotz der allgemeinen Übereinkunft aller Parteien lägen ihm keine Informationen über den Inhalt der Lastwagen vor. Er wisse auch nicht, wohin sie unterwegs seien.

Das Projekt unter Führung des Roten Kreuzes sieht vor, die notleidende Zivilbevölkerung in der ostukrainischen Rebellenhochburg Lugansk mit humanitärer Hilfe zu versorgen. Die Regierung in Kiew hatte dem Vorhaben am Montag eigentlich zugestimmt. An der Mission wollten sich die Ukraine, die USA, Russland und die Europäische Union beteiligen. Alles sei mit der Ukraine abgestimmt, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Dmitri Peskow, dem Hörfunksender „Business FM“.

Bis die Lastwagen an der Grenze zur Ukraine eintreffen, dürfte es ohnehin mehrere Tage dauern. Sie müssen eine Strecke von rund 1100 Kilometern zurücklegen. Die Lage in der ostukrainischen Großstadt Lugansk gilt als besonders dramatisch. Der Ort ist seit Tagen von der Wasser- und Stromversorgung abgeschlossen. In dem Hilfskonvoi aus Russland seien auch 69 Stromgeneratoren, wie russische Medien berichteten.

„Wichtig ist die Verteilung dieser Hilfsgüter. Besonders Krankenhäuser, Kindergärten, Internate und notleidende Menschen sollten sie erhalten. Aber die Kämpfer dürfen kein einziges Gramm bekommen“, betonte der frühere ukrainische Präsident Leonid Kutschma.

Kommentare zu " Lastwagen für Ostukraine: Ukraine will Hilfskonvoi nicht ins Land lassen"

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  • Sensation zu MH17

    http://www.cashkurs.com/kategorie/wirtschaftsfacts/beitrag/beweise-verdichten-sich-washingtons-ukrainische-marionetten-haben-mh-17-vom-himmel-geholt/

  • Russischer Hilfskonvoi
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    Putin hat also einen Hilfskonvoi von 287 LKWs auf den Weg in die Ostukraine geschickt. Was dieser geladen hat, weiß niemand.
    Angeblich sollen es Lebensmittel, Wasser und Babynahrung sein.
    Und er soll unter der Leitung des IKRK fahren.
    Merkwürdig ist nur, dass das IKRK den Inhalt nicht kennt.
    Handelt es sich wirklich um "Hilfsgüter" oder um Truppen und Waffen?
    Da ist die Forderung schon richtig, diesen Konvoi nicht einreisen zu lassen und an der Grenze die Waren in Fahrzeuge des IKRK umzuladen.

    "Das, was Putin jetzt versucht, wird in der Sprache des internationalen Rechts als Legalisierung der Aggression bezeichnet", meint etwa Andrej Illarionow, früherer Berater des russischen Präsidenten. Die Entsendung eines "humanitären Konvois" oder "Einheiten des Katastrophenschutzes" gehöre zur Strategie der "Eroberung fremder Territorien". Der Schritt ähnele der Strategie der Russen in Abchasien, Südossetien und Transnistrien, so Illarionow.

    Warum sind eigentlich Hilfslieferungen nötig?
    Es waren die "Separatisten", die diese Auseinandersetzung in der Ostukraine begonnen haben.
    Sie haben mehrere Städte "besetzt" und für unabhängig erklärt.

  • Kiew & die Nato sind völlig Paranoid, und sehen nur noch das Böse in Moskau.
    Dann soll doch Kiew selbst einen Hilfkonvoi schicken, nur fehlen den sicherlich die LKWs, Mittel und der Wille dazu.
    Alles paranoide Kriegstreiber in Kiew und der Nato.

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