Lateinamerika-Reise
Halbnackter Protest gegen Bush in Brasilien

US-Präsident George W. Bush ist zum Auftakt seiner Lateinamerika-Reise in Brasilien von tausenden Demonstranten alles andere als freundlich empfangen worden. Manche zogen sich halbnackt aus, um die Medien auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen - andere warfen Steine.

HB SAO PAULO. In Sao Paulo, der größten Stadt des Landes, gingen nach offiziellen Angaben mehr als 6 000 Menschen auf die Straße, um gegen Bush zu demonstrieren. Bei dem zunächst friedlichen Protestmarsch forderten sie unter Trommelklängen ein Ende des Irak-Krieges und bezeichneten den US-Präsidenten als Umweltverschmutzer. Spärlich bekleidete junge Frauen mit Körperbemalung erregten das Aufsehen der Journalisten, mussten sich aber auf Geheiß der Polizei wieder bedecken.

Zu Zusammenstößen mit der Polizei kam es später, als eine Gruppe von linksgerichteten Jugendlichen Steine auf die Sicherheitskräfte warf. Diese reagierten wiederum nach Augenzeugenberichten mit Tränengas. Einige Menschen wurden verletzt.

Bush sollte am Freitag mit seinem brasilianischen Kollegen Luiz Inacio Lula da Silva zusammenkommen. Auf seiner Reise durch fünf lateinamerikanische Länder will der US-Präsident Partner finden, um Venezuelas linken Präsidenten Hugo Chavez in der Region in seine Schranken zu weisen. Nach Brasilien wird er in Uruguay, Kolumbien, Guatemala und Mexiko erwartet. In Kolumbien warnte die Polizei davor, dass linksgerichtete Guerilla-Gruppen Anschläge und Sabotage-Akte während des Bush-Besuchs planen könnten.

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