Laut Anwalt Manning ersucht Obama um Begnadigung

35 Jahre Haft muss Wikileaks-Informant Bradley Manning laut seinem Urteil absitzen. Doch der Whistleblower hofft auf Strafminderung, er hat ein Gnadengesuch bei Barack Obama eingereicht – das Weiße Haus reagiert kühl.
Update: 21.08.2013 - 21:48 Uhr 53 Kommentare

Wikileaks-Informant Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt

Fort MeadeDer zu 35 Jahren Haft verurteilte Wikileaks-Informant Bradley Manning hat US-Präsident Barack Obama um eine Begnadigung gebeten. Mannings Anwalt David Coombs sagte am Mittwoch in Fort Meade, dass sein Mandant zumindest auf eine Herabsetzung des Strafmaßes hoffe. In einer Botschaft von Manning an Obama, die Coombs verlas, hieß es: „Wenn Sie meine Bitte um Gnade ablehnen, dann werde ich meine Zeit absitzen in dem Wissen, dass man manchmal einen hohen Preis bezahlen muss, um in einer freien Gesellschaft zu leben.“

Das Weiße Haus reagierte kühl. Sollten der 25-jährige Manning oder seine Anwälte ein Gnadengesuch einreichen, werde dies „wie jedes andere Gesuch“ geprüft, sagte Obamas Sprecher Josh Earnest.

Ein Militärgericht in Fort Meade hatte den Wikileaks-Informanten zu 35 Jahren Haft verurteilt. Der Soldat hatte Hunderttausende Geheimpapiere an die Enthüllungsplattform gegeben. Die Staatsanwaltschaft hatte mindestens 60 Jahren Haft gefordert.

Manning hatte eingeräumt, während seiner Stationierung im Irak zwischen November 2009 und Mai 2010 rund 700.000 Geheimdokumente von Militärrechnern heruntergeladen und der Enthüllungsplattform Wikileaks zugespielt zu haben. Die Veröffentlichung der Dokumente sorgte weltweit für Wirbel.

Der Militärprozess gegen Manning läuft bereits seit dem 3. Juni. Ende Juli erklärte ihn Lind in 20 von 22 Anklagepunkten für schuldig, darunter Spionage sowie Diebstahl von Militärdokumenten und Depeschen der US-Diplomatie. Vom besonders schwerwiegenden Vorwurf der Feindesunterstützung wurde der Obergefreite aber freigesprochen. Richterin Lind verurteilte ihn außerdem zur unehrenhaften Entlassung aus der Armee. Er wird zudem zum Gefreiten degradiert und büßt einen Teil seines Soldes ein.

Wikileaks sprach in einer ersten Reaktion von einem „strategischen Sieg“, da Manning in weniger als neun Jahren seine Begnadigung beantragen könne.

Manning für Friedensnobelpreis vorgeschlagen
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53 Kommentare zu "Laut Anwalt: Manning ersucht Obama um Begnadigung"

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  • Ich bin entsetzt.
    Wo sind sie hin, die Amerikaner die ich noch kenne?
    Die wirklich helfen wollten, die uns Demokratei brachten.
    Warum wehrt sich die USA nicht, gegen die Entdemokratisierung die seit Bush jun. im Gange ist und von Obama noch schlimmer verfolgt wird?

  • leser
    besonders Ihr letzter Satz gefällt mir.
    Abr so lange hier bei uns auf Befehl der Nazikrempel immer noch hochgehalten wird, um uns, dem Volk um die Ohren zu hauen, wird sich nichts ändern

  • Ich sehe dieses Urteil als größte Schande für die USA
    Besser kann Obama nicht zeigen, dass er die USA zu einer Diktatur machen will

  • e.a.
    ohne Nazi-Gesülze kommen offenbar einige Linkiein unsrem Land nicht aus.
    Die Nachgeborenen, die von der Nazizeit ichtsmehr wissen, sind die Schlimmsten.
    Einfach nur noch widerlich.

  • Was hat denn ein "Exemple statuieren" mit Demokratie zu tun? Für eigennützige Zwecke der Regierung wird die Freiheit eines US-Bürgers beschnitten. Ich hoffe, dass das Bildungsniveau der Mehrheit der US-Bürger steigt und für eine Novellierung sorgt, die solche Praktiken unterbindet.

    Es gibt eine einfache Gleichung: Freiheit=Risiko. Wenn die USA nun das Risiko minimiert, wird proportional die Freiheit beschnitten. Da diese das Risiko auf NULL minimieren möchte (vgl. dem Wunsch nach totaler Überwachung), haben die Bürger der Gleichung folgend keine Freiheit mehr. Ist dies eine neue Form der Demokratie, oder wird hier einfach nur Demokratie geheuchelt? Diese Frage muss jeder für sich selbst beantworten.

  • 35 Jahre? Das "Urteil" ist absurd, zynisch und unverhältnismäßig. Dann müssen die Kriegsverbrecher W.Bush und Tony Blair mindestens 1000 Jahre bekommen. Wann werden beide an das Kriegsverbrechertribunal in den Haag überstellt?

  • Manning bekommt 35 Jahre Haft.

    Obama bekam den Friedensnobelpreis.

    Man kann nur mutmaßen aber, hätte Manning auch mit Drohnen Menschen getötet, wäre er vermutlich auch für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen worden.

    Eines steht fest, in dieses Land muß ich nicht mehr hin.
    Pfui Teufel.

  • es ist eine gottverdammte scheiß lüge
    das militär demokratisch sein könne

    miltärs reagieren auf "verrat" immer so
    egal ob du deinem gewissen folgst
    als bürger in uniform
    oder als kriegdienstverweiger in einem totalitären regim

    männing hat kriegsverbrechen publik gemacht
    er ist der typ
    der in "full metaljacket"
    auf dem klo
    seinen schädel weg pustet
    er ist viel zu weich für diese miltärwelt
    es sollte mich wundern wenn er die ersten 8 jahre militärgefängnis überlebt

    er ist mein held

  • Danke für Ihren Beitrag !
    Bitte noch Ihre Kontonummer angeben !
    Danke, Ihr Sponsor CIA.

  • @klartext: mit 2,7 Promille sollte man sich nicht an die Tastatur setzen !

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