Laut Diplomaten
Stoltenberg wird neuer Nato-Generalsekretär

Die Spitze der Nato bleibt skandinavisch: Jens Stoltenberg wird Generalsekretär des Bündnisses. Die Staatschefs Merkel, Obama, Hollande und Cameron hatten sich im Vorfeld auf Norwegens Ex-Ministerpräsident verständigt.
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BrüsselDer frühere norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg wird das Amt des Nato-Generalsekretärs werden. Dies wurde am Freitag bekannt. „Man hat sich auf seine Kandidatur geeinigt“, sagte ein Insider. Auch der norwegische Rundfunk berichtete das am Mittag. Nato-Diplomaten in Brüssel bestätigten bislang nur, der Nato-Rat werde noch am Freitagnachmittag zu einer sehr kurzen Sitzung auf Botschafterebene zusammentreten. Danach werde es eine Mitteilung geben.

Den Posten des Nato-Generalsekretärs hat derzeit noch der Däne Anders Fogh Rasmussen inne. Dessen Mandat endet offiziell am 30. September. Bereits vor einigen Tagen war Stoltenberg als heißer Anwärter für den Posten an der Spitze des Militärbündnisses gehandelt worden.

Konkurrent um den Posten war unter anderem der ehemalige italienischer Außenminister und Vertrauter von Regierungschef Silvio Berlusconi, Franco Frattini, der sogar ganz offiziell als Kandidat für den Posten des Nato-Generalsekretärs durch Brüssel getourt war.

Gehandelt worden waren ebenfalls christdemokratische Belgier Pieter De Crem, seit 2007 Verteidigungsminister seines Landes, der polnische Außenminister Radoslaw Sikorski und der deutsche Christdemokrat Thomas de Maizière.

Doch die Regierungschefs der 28 Bündnisländer, die den Posten des Nato-Generalsekretärs gerne persönlich in vertraulichen Runden regeln haben sich offenbar auf Stoltenberg geeinigt. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, US-Präsident Barack Obama, dem britischen Premier David Cameron und Frankreichs Staatschef François Hollande hatten sich schon die vier mächtigsten Mitglieder bereits auf Stoltenberg geeinigt.

Der ehemalige norwegische Ministerpräsident genießt in seinem Heimatland, wo er nur „Jens“ genannt wird, hohes Ansehen. Als Landesvater profilierte er sich vor allem nach den Anschlägen des Massenmörders Anders Behring Breivik in Oslo und auf Utøya im Sommer 2011. In einer einfühlsamen Rede appellierte er unter Tränen an den Zusammenhalt der Menschen in Norwegen. Er spendete Trost, hörte zu, warb dafür, niemanden aus der Gesellschaft auszuschließen.

Als im vergangenen September ein neues Parlament gewählt wurde, hätte Stoltenberg beliebter eigentlich nicht sein können. Im Wahlkampf legte er sich kräftig ins Zeug, mischte sich unters Volk. Abgewählt wurde der Mann mit den vielen Lachfältchen um die Augen trotzdem – wohl einfach, weil die Norweger mal Lust auf ein neues Gesicht hatten. Stoltenberg verlor seines auch da nicht, zeigte sich als guter Verlierer.

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  • NATO???

    Ist das nicht die von den USA gesteuerte "Nord Atlantik Terror Organisation"?

    Im Februar 2007 sprach der russische Präsident Wladimir Putin vor den Teilnehmern der alljährlich in München stattfindenden Internationalen Sicherheitskonferenz, der früheren Wehrkunde-Konferenz. Bei seiner in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Rede überraschte Putin viele westliche Vertreter:

    Das bedeutet, dass die NATO ihre Stoßkräfte immer dichter an unsere Staatsgrenzen heranbringt. … Ich denke, es ist offensichtlich, dass der Prozess der NATO-Erweiterung keinerlei Bezug zur Modernisierung der Allianz selbst oder zur Gewährleistung der Sicherheit in Europa hat. Im Gegenteil, das ist ein provozierender Faktor, der das Niveau des gegenseitigen Vertrauens senkt. Nun haben wir das Recht, zu fragen: Gegen wen richtet sich diese Erweiterung? Und was ist aus jenen Versicherungen geworden, die uns die westlichen Partner nach dem Zerfall des Warschauer Vertrages gegeben haben?

    Will der Westen einen Krieg gegen Russland?

    Deshalb diese tägliche mediale Propagandahetzkampagne gegen Putin?

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