Laut UN-Kommissarin
Israel verletzt „vorsätzlich“ internationales Recht

Während Israels Regierungschef Netanjahu weitere Einsätze gegen die „Terrortunnel“ der Hamas ankündigt, erhebt UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay schwere Vorwürfe: Israel greife „vorsätzlich“ Zivilgebäude an.

GenfUN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay hat Israel im gewaltsamen Konflikt im Gazastreifen eine „vorsätzliche Missachtung“ internationalen Rechts vorgeworfen. Alle diesbezüglichen Mahnungen seien bislang, ebenso wie bei vorherigen bewaffneten Auseinandersetzungen in der Region, verhallt, sagte Pillay am Donnerstag im schweizerischen Genf. Es gebe ein „Muster“, nach dem „Wohnhäuser, Schulen, Kliniken und UN-Einrichtungen“ im Gazastreifen angegriffen würden. „Nichts von alledem scheint mir zufällig“, sagte Pillay.

Bei einem Angriff des israelischen Militärs auf eine UN-Schule im Flüchtlingslager Dschabalija im Norden des Gazastreifens waren am Mittwochmorgen 16 Menschen getötet worden. Am Donnerstag wurde eine Moschee in der Nähe einer anderen UN-Schule in dem Camp angegriffen. Mindestens 15 Palästinenser, die der Schule Zuflucht suchten, wurden durch Trümmer der Moschee verletzt, zwei von ihnen schwer.

Seit dem Beginn der israelischen Militäroffensive am 8. Juli stieg die Zahl der Toten durch die israelischen Angriffe nach palästinensischen Angaben auf mehr als 1370, die der Verletzten auf mehr als 7700. Bei den Opfern handelt es sich zum größten Teil um Zivilisten, darunter sehr viele Kinder. Auf israelischer Seite wurden 56 Soldaten und drei Zivilisten getötet. Alle internationalen Bemühungen um eine Waffenruhe scheiterten bislang.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte am Donnerstag an, die Armee werde ihren Einsatz im Gazastreifen fortsetzen, bis alle „Terrortunnel“ der radikalislamischen Hamas zerstört seien. Dutzende seien bereits zerstört worden, sagte Netanjahu vor einer Kabinettssitzung. Er werde keinen Vorschlag zu einer Waffenruhe akzeptieren, bevor die Armee „diese Arbeit für die Sicherheit Israels“ beendet habe.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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