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Lawine von Zwangsvollstreckungen erschüttert Spanien: Der Albtraum vom eigenen Heim

Spanische Banken bekommen von der EZB viele Milliarden, um sich über Wasser zu halten. Immobilienbesitzer bekommen nichts geschenkt: Hunderttausende Spanier sind pleite und müssen raus aus ihren Häusern. Ein Ortsbesuch.

„Basta“: Die Spanier wehren sich gegen die Zwangsräumungen. Quelle: Reuters
„Basta“: Die Spanier wehren sich gegen die Zwangsräumungen. Quelle: Reuters

San SebastiánHeute wollen sie kommen und ihm seine Wohnung wegnehmen. Juan Carlos Infante schaut auf das Haus, in dem er 16 Jahre lang gelebt hat. Der Spanier betrachtet die verschlissene Fassade, den braunen Putz, deren kleine Erhebungen sich grau verfärbt haben. Schwarze Kabel führen an den weißen Fenstern entlang, in der Mitte hängt ein blaues Schild: „SE VENDE“ - „Zu Verkaufen“ steht dort in Großbuchstaben, darunter eine Telefonnummer.

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60.000 Euro hat der 36-Jährige bereits für die 54-Quadratmeter-Wohnung im nordspanischen Irun bezahlt, doch nun gehört sie der Bank. Eineinhalb Jahre hat er seine Hypothek nicht bedient, weil er arbeitslos war. Inzwischen hat er zwar wieder einen Job als Verkäufer in einer Tankstelle, aber die Bank hat sich dennoch für heute angekündigt. Heute will sie kommen, in Begleitung von Polizisten, und die Schlösser austauschen. „Desahucio“ heißt das auf Spanisch, Zwangsräumung.

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Immer mehr Menschen in Spanien können ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen. Im ersten Drittel dieses Jahres verloren laut der aktuellsten offiziellen Statistik des Rates der rechtssprechenden Gewalt in Spanien CGPJ im Schnitt mehr als 200 Menschen ihre Wohnung durch Zwangsräumungen – pro Tag. Das ist ein neuer Rekord.

Die Häuser, aus denen ihre oft jahrelangen Bewohner vertrieben werden, sind danach meist unverkäuflich. Niemand kann oder will sich in Spanien derzeit Immobilien leisten. Kein Wunder, Experten rechnen damit, dass die Preise weiter fallen werden.

  • 14.09.2012, 21:37 UhrSarita

    @WBoehme: Ganz richtig! Es sind nicht die Häuser der Banken! Der Staat soll endlich aufhören, die Banken zu unterstützen! Sie haben Privilegien, die nicht gerechtfertigt sind (Geld aus dem Nichts zu schaffen, dann Zinsen dafür kassieren und dann noch die Häuser kassieren!) und werden noch vom Staat unterstützt (Polizisten)! Ein Skandal! Das Wenigste wäre, die amerikanische Regelung zu übernehmen.

  • 01.09.2012, 16:20 UhrMakler

    So lernen es eben die Menschen auf die harte Tour.
    den Unterschie zwischen Eigentümer und Besitzer einer Immobilie.Eigentümer ist der Kreditnehmer, besitzer bleibt bis zum letzten Penny aber die Bank und die bestimmt letztlich die Musik.

  • 31.08.2012, 14:44 UhrWBoehme

    @Michael Liebe
    Wieso Häuser der Banken? Die haben doch gar nichts produziert. Die haben Giralgeld per Knopfdruck aus dem Nichts erfunden. Dieses Erfindendürfen ist nichts weiter als ein feudales Privileg. Bankschulden sind in unserem Giralgeldsystem etwas vollkommen anderes als etwa Freundesschulden. Ein Freund gibt mir eine gewisse Summe ab, er leiht mir das, was er zuvor besessen hat.
    Eine Bank hat jedoch das Geld im Moment des Kredites erst erschaffen, zu 95% zumindest! Das ist etwas vollkommen anderes. Hier wechselt nichts den Besitzer. Hier ist ein legaler Schwindel in Gang, soweit die Bank moralisch behauptet, das Haus "gehöre" ihr. Noch viel schlimmer ist die Sache dabei mit den Zinsen. Für etwas, was man eigentlich gar nicht hat, bloßes Computerspielgeld, neben der Rückzahlung (die die Bilanz der Bank wieder bereinigt) auch noch Zinsen zu verlangen. Warum, oder mit welchem moralischen Recht dürfen die das eigentlich?

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