Leaks im Weißen Haus
Wenn der Sicherheitsberater als Devisenexperte herhalten muss

Geheime Telefongespräche, geplante Dekrete und amüsante Details aus dem Leben des US-Präsidenten: Insider aus dem Weißen Haus versorgen die Medien regelmäßig mit Informationen über den US-Präsidenten.
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WashingtonEs soll um drei Uhr in der Nacht gewesen sein, als US-Präsident Donald Trump die Telefonnummer seines Sicherheitsberaters Mike Flynn wählte. Der Präsident habe eine Frage zum Dollar gehabt, heißt es später. Er habe wissen wollen, ob den nun ein starker oder schwacher Kurs gut für das Land sei. Sein Sicherheitsberater habe ihm keine Antwort geben können und schlug Trump stattdessen vor, er solle doch einen Wirtschaftswissenschaftler fragen. Herausgekommen ist dieses kuriose Telefonat nur, weil Trumps Mitarbeiter den Medien immer wieder Details aus dem Leben des Präsidenten verraten.

Und das sind längst nicht nur amüsante Randgeschichten. In der vergangenen Woche drangen beispielsweise nicht autorisierte Telefonprotokolle von Gesprächen mit dem australischen Premierminister und dem mexikanischen Präsidenten an die Öffentlichkeit.

Wer hinter den Leaks steckt, ist nicht klar. Aus Angst um ihren Job äußern sich die Insider stets anonym. Klar ist jedoch, dass die durchgestochenen Informationen durchaus das Potenzial haben, sich Trumps Politik in den Weg zu stellen. Mehrere US-Medien berichteten beispielsweise über angebliche Plänen des US-Präsidenten, nach denen er das Diskriminierungsverbot für homosexuelle Mitarbeiter in der Bundesverwaltung aufheben wolle. Wenig später hieß es aus dem Weißen Haus, dass sich Trump von diesen Plänen distanziere.

Und obwohl die Informationen aus dem Weißen Haus nicht immer politisch relevant sind, haben sie doch ein gewisses Unterhaltungspotential. Da ist zum Beispiel die Art und Weise, wie sich Trump briefen lasse. Er möge keine langen Texte, maximal eine Seite mit maximal neun Punkten. Oder da wären die Handtücher an Bord der Regierungsmaschine Air Force One. Sie seien dem Präsidenten nicht weich genug gewesen, heißt es von den Insidern.

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