Lebensmittellieferungen
Israel öffnet wieder Grenze zum Gazastreifen

Nach viertägiger Unterbrechung sind die Grenzübergänge zum Gazastreifen wieder offen. Damit hält Israel am Waffenstillstand mit der radikalislamischen Hamas fest, der auch die Öffnung der Grenzen für Lebensmittellieferungen vorsieht.

HB JERUSALEM. Der israelische Rundfunk meldete, über den Sufa-Übergang sollte zunächst ein minimaler Transport von Gütern in das Palästinensergebiet erlaubt werden. Nach einer Bewertung der Lage solle über eine mögliche Ausweitung der Transporte entschieden werden.

Israel hatte die vor einer Woche im Rahmen einer Waffenruhe mit den militanten Palästinenserorganisationen wieder eröffneten Übergänge nach mehreren Raketen- und Mörsergranatenangriffen auf sein Grenzgebiet am Mittwoch erneut geschlossen. Die radikalislamische Hamas-Organisation appellierte daraufhin an andere militante Palästinensergruppen im Gazastreifen, den Beschuss Israels sofort einzustellen.

Kabinett billigt Gefangenenaustausch mit Hisbollah

Das israelische Kabinett stimmte am Sonntag zudem einem Gefangenenaustausch mit der Hisbollah im Libanon zu, in dem Deutschland in den vergangenen Jahren vermittelt hatte. Ministerpräsident Ehud Olmert hatte vor der Abstimmung erklärt, die beiden von der Hisbollah verschleppten israelischen Soldaten seien tot.

Olmert forderte sein Kabinett auf, dem Gefangenenaustausch trotzdem zuzustimmen. Dabei würde die Hisbollah die Leichen der zwei getöteten Soldaten übergeben, während Israel im Gegenzug einen seit fast 30 Jahren inhaftierten Hisbollah-Kämpfer freilässt.

Die Entführung der beiden Soldaten hatte im Sommer 2006 zu einem 34-tägigen Krieg zwischen der Hisbollah und Israel geführt. Die Hisbollah hat bisher keine Beweise dafür vorgelegt, dass die Soldaten Ehud Goldwasser und Eldad Regev noch am Leben sind. Olmert erklärte am Sonntag erstmals, dass die beiden tot sind. „Wir wissen, was mit ihnen passiert ist“, sagte Olmert einem vorab verbreiteten Redetext zufolge. „Soweit wir wissen, sind die Soldaten Regev und Goldwasser nicht am Leben.“

Ihre Leichen sollen gegen Samir Kantar ausgetauscht werden. Der Hisbollah-Kämpfer soll 1979 in eine Ortschaft in Nordisrael eingedrungen sein. Dort erschoss der damals 16-Jährige einen Israeli vor den Augen von dessen vierjähriger Tochter. Danach soll er das Mädchen erschlagen haben. Während des Angriffs erstickte die Frau des Israelis versehentlich die zweijährige Tochter des Paares, als sie ihr den Mund zuhielt, damit Kantar und seine Komplizen sie nicht finden konnten. Kantar bestreitet, die Vierjährige getötet zu haben.

Es wurde erwartet, dass das Kabinett dem Gefangenenaustausch zustimmt. Vor der Abstimmung berieten sich die Minister mit dem israelischen Generalstabschef, den Direktoren der Geheimdienste Mossad und Schin Bet sowie Vertretern des Verteidigungsministeriums.

Israel bemüht sich außerdem, einen dritten von Palästinensern im Juni 2006 im Gazastreifen verschleppten Soldaten freizubekommen. Gilad Schalit hat seinen Eltern Briefe und eine Tonbandaufnahme geschickt. Es wird angenommen, dass er noch am Leben ist.

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