Lebensmittelpreise
Brown will Biosprit zurückdrängen

Der britische Premierminister Gordon Brown hat als erster Regierungschef in der Europäischen Union das Ziel eines stärkeren Einsatzes von Biosprit infrage gestellt – angesichts der weltweit steigenden Nahrungsmittelpreise.

HB LONDON. Brown sagte, die Europäische Union müsse gezielt vorgehen und darauf achten, wie sich der Einsatz von Kraftstoff aus Energiepflanzen auf Umwelt und Nahrungsmittelpreise auswirke.

Die britische Regierung lässt von Experten seit Februar die Folgen steigender Biosprit-Nutzung für Umwelt und Wirtschaft prüfen. „Wenn unsere Untersuchung zeigt, dass wir unsere Haltung ändern müssen, werden wir auch auf eine Änderung des EU-Biotreibstoff-Zieles dringen“, sagte Brown am Dienstag in London.

Die EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen im März vergangenen Jahres, bis zum Jahr 2020 den Anteil von Biosprit am gesamten Treibstoff auf zehn Prozent zu steigern. Das soll dazu beitragen, den CO2-Ausstoß bis zu diesem Jahr um 20 Prozent abzubauen, um die gefährliche Erderwärmung zu bremsen. Erst am Monatag hatte die EU-Kommission bekräftigte, an dem von den Mitgliedsstaaten beschlossenen Biosprit-Ziel entgegen anderslautender Spekulationen in den Medien festzuhalten.

Doch die zunehmende Nachfrage nach Biosprit aus Getreide wird für den drastischen Anstieg der weltweiten Grundnahrungsmittelpreise mit verantwortlich gemacht, der in Afrika und Asien schon Aufstände der hungernden Bevölkerung auslöste.

Die Klimastrategie der EU gerät immer mehr unter Beschuss. Zuletzt forderte Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul einen sofortigen Produktionsstopp von Biosprit. Auch die Grünen im Europäischen Parlament sind dafür, das Zehn-Prozent-Ziel aufzugeben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält dagegen, andere Faktoren wie der wachsende Konsum in den Schwellenländern und die schlechte Agrarpolitik in den Entwicklungsländern seien für den Preisschub verantwortlich.

Die britische Regierung beschloss am Dienstag ein Hilfspaket von 455 Millionen Pfund, die dem Welternährungsprogramm im Kampf gegen den Hunger zur Verfügung gestellt werden sollen.

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