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Lebensversicherungen: Frankreichs Sparer sollen Etat sanieren

Frankreich will sein Haushaltsdefizit von acht auf sechs Prozent drücken. Um den Staatshaushalt zu sanieren, schreckt Frankreichs Regierung nicht vor unpopulären Maßnahmen zurück. So sollen die Erträge aus Lebensversicherungen höher besteuert werden.

Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will Steuerschlupflöcher stopfen und Vorzugsregeln kürzen. Quelle: SID
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will Steuerschlupflöcher stopfen und Vorzugsregeln kürzen. Quelle: SID

PARIS. Laut Regierungskreisen werden jährliche Mehreinnahmen von drei Milliarden Euro angestrebt. Mit dem Geld sollen die Schulden der Sozialversicherung abgetragen werden.

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Frankreichs Regierung zurrt in diesen Tagen die Haushaltsplanungen für das nächste Jahr fest. Sie gelten als Lackmus-Test, wie ernst es Staatschef Nicolas Sarkozy mit dem Sparen meint. Er hat versprochen, das Defizit von acht auf sechs Prozent im nächsten Jahr zu drücken. Dazu sollen Steuerschlupflöcher und Vorzugsregeln im Volumen von zehn Milliarden gekürzt werden.

Franzosen sind fleißige Sparer

Die Mehrbelastung von Lebensversicherungen ist Teil dieser Initiative. So sollen Sozialabgaben bei bestimmten Verträgen künftig jährlich, und nicht erst bei Auszahlung der Police fällig werden. Lebensversicherungen sind in Frankreich genauso wie in Deutschland das beliebteste Sparprodukt. Rund 14,5 Millionen Franzosen haben so 1 400 Mrd. Euro angelegt.

Doch die Branche wehrt sich: Die Regierung sende widersprüchliche Signale, kritisiert Frankreichs Versichererverband FFSA. Denn im Zuge der geplanten Rentenreform würde die private Altersvorsorge wichtiger werden. Mit den Steuerplänen mache die Regierung das private Sparen ausgerechnet jetzt unattraktiver. Um den Staatshaushalt zu konsolidieren, setzt die Regierung jetzt aber offensichtlich eher auf die Besteuerung von Ersparnissen als auf eine Belastung des Konsums etwa durch höhere Mehrwertsteuern. Schließlich gilt die Binnennachfrage als Hauptsäule der Wirtschaft.

Die Franzosen zählen zu den fleißigsten Sparern in Europa. Laut OECD lag die Sparquote im vergangenen Jahr bei 16,3 Prozent. Zum Vergleich: In der Eurozone waren es 11,2 Prozent. Angesichts der hohen Sparneigung fürchten Versicherer nun, die jetzt bekannten Steuerpläne könnten erst der Anfang sein.

  • 01.09.2010, 14:13 UhrAnonymer Benutzer: Heidi Horstmann

    Na da wollen wir doch mal sehen wie sich Herr Sarkozy gegen die mächtige Versicherungswirtschaft schlägt.
    in diesem Land wird man dies wahrscheinlich gar nicht erst versuchen, nachdem man der Versicherungswirtschaft extra ein neues Feld der privaten Altersvorsorge besorgt hat und alle anderen Altersvorsorge-Möglichkeiten des bürgers den Garaus gemacht hat.
    Die Versicherungswirtschaft verdient sich derzeit eine goldene Nase an Riester- und Rürup- Renten und der bürger sollte nach Möglichkeit aus seinem Dornröschen-Schlaf nicht geweckt werden.

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