Leergefegten Vorratslager
Uno: Lebensmittel bleiben teuer

Die ärmsten Länder der Welt müssen in diesem Jahr nach Einschätzung der Vereinten Nationen vier mal so viel Geld für Lebensmittel ausgeben wie im Jahr 2000.

HB ROM. An den Preissteigerungen dürften auch die in diesem Jahr weltweit erwarteten üppigen Ernten kaum etwas ändern, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Welternährungsorganisation Fao.

Die stetig steigende Nachfrage, die hohen Kosten und das Wiederauffüllen der leergefegten Vorratslager werde einen kräftige Verbilligung der Lebensmittel verhindern. „Das ist eine sehr besorgniserregende Entwicklung“, warnen die Uno-Experten.

Viele Lebensmittelpreise sind zu Jahresanfang explodiert – etwa bei Reis, einem Grundnahrungsmittel für mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung. Als Gründe hierfür gelten unter anderem der steigende Wohlstand in den wirtschaftlich boomenden asiatischen Ländern, das teure Öl und der rasante Aufstieg von Biokraftstoffen.

Auch wenn die Verbraucher die Verteuerung hierzulande zu spüren bekommen – die dramatischsten Folgen hat die Preisexplosion in den ärmsten Ländern der Welt, wo die Menschen oft 50 bis 80 Prozent ihres gesamten Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen. In vielen ärmeren Ländern gab es deshalb bereits Proteste und Aufstände.

Zwar werde die Produktion von Reis in diesem Jahr wohl um mehr als zwei Prozent steigen, sagen die Fao-Experten voraus. Dennoch werde nicht genug Reis auf den internationalen Märkten verfügbar sein, weil viele Anbauländer den Export erschwert haben, um die Versorgung der einheimischen Bevölkerung zu sichern. In den ersten vier Monaten des Jahres verteuerte sich Reis um mehr als 70 Prozent.

Ein Anstieg der Anbauflächen und das gute Wetter dürften die Weizenernte in diesem Jahr weltweit sogar um neun Prozent ansteigen lassen, heißt es in dem Bericht weiter.

Deshalb hätten sich die internationalen Weizenpreise auch seit Februar bereits halbiert. In der EU werde die Weizenernte sogar um 13 Prozent zulegen – auch weil die EU Bauern nicht mehr dazu zwingt, viele Felder brach liegen zu lassen.

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