Legalisierung Zwei US-Staaten geben Marihuana frei

Am 1. Januar ist es soweit: Die Bundesstaaten Colorado und Washington legalisieren Marihuana. Aktivisten vergleichen das mit dem Ende der Prohibition in den 1920er Jahren. Doch Kritiker warnen vor den Folgen.
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Eine Frau raucht einen Joint: Eine Mehrheit der US-Bürger steht klar hinter der Legalisierung. Quelle: dpa

Eine Frau raucht einen Joint: Eine Mehrheit der US-Bürger steht klar hinter der Legalisierung.

(Foto: dpa)

DenverDie Zeit der illegalen Deals in dunklen Gassen ist vorbei. Zum ersten Mal in der Geschichte der USA erlauben zwei Bundesstaaten den Verkauf und Genuss von Marihuana zu nicht-medizinischen Zwecken. Vom 1. Januar an können Konsumenten, die älter als 21 Jahre alt sind, in Colorado und Washington ganz offiziell in einem Laden Marihuana kaufen.

Die Läden können sich sehen lassen. Sie wirken wie die Geschäfte von Juwelieren oder Nobel-Wellnessstudios. Verschiedene Marihuana-Sorten sind in glänzend polierten Glasvitrinen ausgestellt. Gut informierte Verkäufer diskutieren mit interessierten Kunden die Eigenschaften der Gras-Varianten. Es klingt fast, als ob sich ein Weinliebhaber über seinen Lieblings-Cabernet unterhält.

Bislang war in 20 US-Bundesstaaten der Marihuana-Konsum zu medizinischen Zwecken gestattet. Doch die Regelungen in Colorado und Washington gehen viel weiter. Es wird erwartet, dass andere US-Bundesstaaten wie etwa Kalifornien bald ihrem Beispiel folgen könnten. Auch auf Bundesebene - wo Cannabis weiterhin illegal bleibt - könnte es Änderungen geben. Das Justizministerium will sich nicht einmischen, solange die Bundesstaaten die Gesetze umsetzen und verhindern, dass Kriminelle den legalen Cannabishandel kontrollieren.

Im Dezember legalisierte Uruguay als weltweit erster Staat den Anbau und Verkauf von Marihuana. Doch die Gesetze treten erst im April 2014 in Kraft.

Die Legalisierung macht das Kiffen nach Angaben der „Arcview Group“, einer Schirmorganisation von Marihuana-Investoren, zu der am schnellsten wachsenden Sparte in den USA. Das Geschäft mit dem Anbau und Verkauf von Marihuana und Zubehör soll demnach 2014 um 64 Prozent auf 2,34 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) wachsen. Bis 2018 werde die Marke von 10,2 Milliarden Dollar erreicht.

Anti-Cannabis-Aktivisten warnen
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9 Kommentare zu "Legalisierung: Zwei US-Staaten geben Marihuana frei"

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  • Da kann ich Ihnen nur beipflichten. Suchen Sie mal in "deine Röhre" nach Ford und Hanfauto.

    Hanf als Baustoff, für Textilien, auch die bekannten Jeans wurden zuerst aus Hanffasern hergestellt.

    Dort ist auch eine interessante Doku über den Verbot und die Drahtzieher.

    Darum ist Hanf verboten, nicht wegen den Rausch, kaufen konnte man das immer, der rauchen wollte und will tut es.

  • Ich fürchte mit Vernunft hat das Gebaren der Amis nichts zu tun. Sie Hoffnung ist bei denen verloren.
    Im Artikel steht ja auch deutlich, wie die Finanzaussichten sind. Welcher Markt wie bedient wird und natürlich was es dabei zu verdienen gibt!
    Das ist das Einzige, was die Typen interessiert!
    Und was anderes kann man von einem dermaßen primitiven und ungebildeten Volk auch kaum erwarten!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Kann es sein, daß Sie ein Opfer der Anti-Drogen-Politik sind, und zuviel davon auf dem Schwarzmarkt erworben und genossen haben?

  • Wenn die Dorgendealer Umsatz mit "Substanzen" generieren dann könnte man den doch auch mit einem Aufschlag für Steuern der Medizin und der Pharamalobby zuschlagen, oder? Der Dealer fixt die späteren Patienten an und die Phamaindustrie verdient lebenslang am Methadon.

    [...]

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Alle die sich nicht im Griff haben werden immer eine Lösung für sich finden ob Alkohol, Hasch, Heroin oder anderes. Ich finde die Entscheidungsfreiheit eine der größten Errungenschaften der Menschheit. Wo finde ich diese eigentlich???

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Es ist begrüßenswert, daß sogar in den USA die Vernunft ab und zu eine Chance hat.
    Nun werden einige, die Wissen durch Glauben ersetzt haben, wieder den Weltuntergang heraufziehen sehen. Zum Ausgleich bekommen sie die Chance, zu erfahren, was wirklich passieren wird: nämlich nichts !

  • "Anti-Cannabis-Aktivisten befürchten aber, dass der Konsum der Droge zunimmt, dass mehr Teenager kiffen werden und die erhofften hohen Steuereinnahmen ausbleiben."

    Doppelmoralisten.
    Lieber bekifft als besoffen.
    Lieber bekifft als Nervenkrank durch Crack und Lösungsmittelschnüffelei.
    Der Mensch nimmt nun mal Drogen, seit Jahrtausenden schon, und das wird sich auch nicht ändern, nur weil ein paar Idioten der Meinung sind, man müßte Menschen in die Kriminalität jagen und ganze Mafiastrukturen erhalten.
    Cannabis wurde im übrigen nicht wegen der "Suchtgefahr" verboten, sondern weil die Papierindustrie weiter Bäume fällen wollte. Diese Pflanze ist so vielseitig und noch wertvoller als Fingerhut (das einzige Herz-Medikament welches keine Nebenwirkungen hat, wenn es richtig dosiert wird).

    Im übrigen muß man die Kosten für Tabletten- und Alkoholabhängigkeit zur Suchtpolitik dazu rechnen. Nur weil man die legal in der Apotheke oder Schnapsladen kaufen kann, produzieren die nicht weniger "Suchtkranke".

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