Leichtes Wachstum

Romney nutzt US-BIP zu Angriff auf Obama

Die jüngsten US-Wirtschaftszahlen hat Mitt Romney zu einer Attacke auf US-Präsident Obama genutzt. Zu gering habe sich die Konjunktur zuletzt erholt. Obama warf seinem Kontrahenten indes vor, seine Reformen zu bekämpfen.
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In den USA gebe es zu wenig Wirtschaftswachstum, findet Mitt Romney. Den Schuldigen hat der US-Präsidentschaftskandidat bereits ausgemacht. Quelle: dapd

In den USA gebe es zu wenig Wirtschaftswachstum, findet Mitt Romney. Den Schuldigen hat der US-Präsidentschaftskandidat bereits ausgemacht.

(Foto: dapd)

Washington Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat die jüngsten US-Wirtschaftszahlen zu einer Attacke auf Amtsinhaber Barack Obama genutzt. Obama habe eine schlechte Wirtschaftslage übernommen, und „die Probleme schlimmer gemacht“ sagte Romney bei einer Wahlkampfrede am Freitag (Ortszeit). Er warf dem Demokraten vor, weder die Aufnahme neuer Schulden noch Regierungsausgaben reduziert zu haben und auch bei der Kompromisssuche mit den Republikanern versagt zu haben.

Romney stützte sich bei seinen Angriffen auf einen Regierungsbericht, dem zufolge sich die Konjunktur in den USA nur geringfügig erholt hat. Im dritten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um zwei Prozent, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Für das Gesamtjahr 2012 ging es nun von einem Anstieg des BIPs um 1,74 Prozent aus.

Romney sah sich durch diese Zahlen in seiner Kritik an der Amtsführung von Obama bestätigt. Zum einen lag das Wachstum 2011 bei 1,8 Prozent. Zum anderen helfe die geringe Wachstumsrate kaum beim Abbau der Arbeitslosigkeit. Er werde seine Wirtschaftskompetenz nutzen, um in vier Jahren zwölf Millionen Jobs zu schaffen, versprach er.

Obama hatte bereits mehrfach betont, dass er in der schlimmsten Wirtschaftslage seit der Großen Depression das Amt angetreten und es geschafft habe, die Ökonomie wieder zu stabilisieren. Der Amtsinhaber hatte außerdem bereits zugestanden, dass obwohl es zu einer Erholung kam, diese nicht schnell genug erfolgte. Sein Konkurrent würde mit seiner Politik die Lage allerdings verschlimmern.

Obamas Team wies am Freitag zudem darauf hin, dass Romneys wirtschaftspolitische Schelte vor einem großen Bauunternehmen stattfand, das mit 650.000 Dollar von Obamas Konjunkturprogramm aus dem Jahr 2009 profitiert hatte. Ein Programm das der Republikaner Romney immer wieder kritisiert hatte.

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5 Kommentare zu "Leichtes Wachstum: Romney nutzt Konjunkturdaten zu Angriff auf Obama"

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  • @SayTheTruth und @Buerger:

    Zum Glück leben wir ja in Demokratien und nennen deshalb die Meinungsfreiheit unser Eigen, insofern habe ich auch kein Problem damit, dass Ihr Romney favorisiert.

    Vor dem Hintergrund, dass es geradezu abwägig ist, im Zusammenhang mit den Demokraten mit linkem Gedankengut europäischer Prägung dagegen zu argumentieren, frage ich mich, warum Ihr nicht in den USA lebt ?

    Mit einem Bewusstsein a la Romney & Co. kann ein Land in Europa doch kaum Eure Heimat sein.

    Und man kann fähig sein, wie man will, niemand kann seine Wahlversprechen halten, wenn man im Congress Beton-Köpfe, wie die Tea-Party gegen sich hat.

    Und die hohe Staatsverschuldung ist klar ein Bush-Erbe. In der Situation von 2008 gab es für eine so konsum-orientierte Wirtschaft, wie die der USA nur die Wahl zwischen Pest und Cholera, egal aus welchem Lager der Präsident gekommen wäre.

    Entweder eine lange Depression mit all ihren bekannten Folgen oder die Staatsverschuldung explodieren lassen.

    Alles andere ist DoNotSayTheTruth.


    Aber sicher ist schon heute, dass Romney selbst mit einer Congress-Mehrheit im Rücken, seine Wendehals-Wahlversprechen der letzten Wochen nicht wird umsetzen können.

    Gerade zu lachhaft ist sein Versprechen 12 Mio. neuen Jobs.

    Und die Verschuldung bekommt er auch nicht in den Griff.

  • Wo ist Obama die sicherlich bessere Wahl ?

    Wohl nur für Leute, die sich in einem System wohlfühlen, dass alles für sie erledigt, der gute deutsche Michel eben, vollkaskoversichert durch das Leben gehen, ein auf Pump lebende Gesellschaft, öffentlich-rechtlich finanziert.

    Dieser Präsident hat keines seiner Wahlversprechen gehalten. Er hat eine hohe Arbeitslosigkeit, ein massives Staatsdefizit und eine schlechte konjunkturelle Entwicklung zu verantworten.

    Und mit Deficit Spending wurde noch nie eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung gefördert.

    Mitt Romney ist der am meisten unterschätzte amerikanische Politiker seit Ronald Reagan.

  • (wohlgemerkt, "trillion-dollar" sind Billionen Dollar in Europa. Die Amerikaner kennen keine Milliarde, da kommt nach "million" gleich "billion")

    Fazit: Kommunismus und Planwirtschaft ersticken die Initiative jedes Einzelnen. Alles kommt zum Erliegen. Keiner riskiert mehr etwas oder ergreift Initiative zu Veränderung ... WEIL JA SOWIESO ALLES VON OBEN VERODNET WIRD. Das ist wie Sauerstoff abstellen und mit Narkosegas austauschen. Alles schläft bis zur Verblödung. Das ist das Rezept "Obama" - davon müssen wir wieder weg !

  • Ich mache mir Sorgen um die USA wenn Obama noch 4 Jahre weiter regiert. Die aktuelle Umwälzung der Welt zu einer "new world order" bringt nur totalitäre Strukturen zu Stande und staatlich abhängige Bevölkerungs-Gruppen (Hartz4, Obama-care usw.). Mit der Freiheit verliert die Welt auch ihren inneren Antriebs-Motor und das ist auch die Schuld von Obama.

    Ausserdem hat er das US-defizit von 10 auf 16 trillion-dollar erhöht. In nur 4 Jahren. Das hat auch kein anderer Präsident vor ihm "geschafft".

    Mitt Romney wird der bessere Präsident, da bin ich mir sicher. Er wirkt vielleicht etwas "old school" - aber diesen gut bewährten berechenbaren Konservatismus brauchen wir dringend wieder. Die "sozialistischen Geldverschenker" a la Obama haben schon zuviel "Balancen ins Negative" verschoben.

  • Es ist schon erschreckend mitzuerleben, dass ein Volk bei so einer wichtigen Entscheidung nur sein Kurzzeitgedächtnis nutzt und den opportunistischen Einlassungen der letzten Wochen von Romney Glauben schenkt, völlig ignorierend, dass allein die Tea-Party dafür Sorge tragen wird, dass er diese Positionen nicht halten kann, wenn er das denn überhaupt selbst wirklich will, was stark zu bezweifeln ist.

    Meines Erachtens ist Obama sicherlich die bessere Wahl für die Amerikaner und aussenpolitisch wohl auch für den Rest der Welt.

    Nur in wirtschaftlicher Hinsicht wäre Romney wohl für uns kurzfristig die bessere Wahl, weil er die Wall-Street hinter sich hat und der DAX ja förmlich am DOW klebt und der würde mit einem Romney-Sieg sicherlich nach oben schießen und auch uns nette Kurse bescheren.

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