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Leser zu Cameron: „Welcher Kontinent nimmt die Briten denn auf?“

Der britische Premierminister David Cameron hat ein Referendum zur Frage angekündigt, ob sein Land weiter zur EU gehören soll. Im sozialen Netzwerk Facebook sorgt das für eine kontroverse Diskussion.

Ein Schild in einem Berliner Museum. Quelle: Reuters
Ein Schild in einem Berliner Museum. Quelle: Reuters

DüsseldorfDer britische Premier David Cameron will im Falle seiner Wiederwahl die Menschen im Land darüber abstimmen lassen, ob Großbritannien in der EU bleiben soll. Handelsblatt Online hat den Spieß umgedreht und die Facebook-Nutzer gefragt: „Wollen Sie die Briten überhaupt noch in der Europäischen Union haben?“

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Die Meinung auf Facebook ist uneinheitlich: Die einen würden den Briten nicht hinterhertrauern, sollten sie aus der EU austreten. Andere sind überzeugt, dass das Land bleiben sollte, weil es den Fortbestand der europäischen Staatengemeinschaft mitsichert. Nutzer Tobias Ehlers schlägt sich auf keine Seite, sondern kommentiert mit einem Augenzwinkern: „Die Frage bei einem Verlassen Europas ist doch eher, welcher Kontinent nimmt die Briten dann auf?“

Camerons EU-Strategie Eine nervenaufreibende Beziehung

Die Reaktionen auf Camerons Rede sind auf den ersten Blick wie erwartet negativ bis schrill.

Benedikt Dreissen macht sich darüber keine Gedanken – er würde die Briten ziehen lassen, weil sie zwar überall mitreden wollten, sich aber nie bis zum Ende konstruktiv beteiligten. Sein Fazit: „Solche halbe Mitgliedschaften sollten nicht weiter angeboten werden.“ Nutzer Ulf Hanebuth prophezeit Großbritannien, dass es einen eventuellen Austritt bereuen könnte, fordert gleichzeitig aber auch von allen anderen EU-Staaten, nationale Alleingänge zu unterlassen. Auch Alexandra von Faboletti würde Großbritannien lieber weiter in der EU sehen. Sie fürchtet sonst einen Zerfall, sodass alle Länder von vorne anfangen müssten.

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Mehrere Facebook-Nutzer argumentieren in diese Richtung und haben damit eine Grundsatzdiskussion über Nutzen und Nachteile der EU losgetreten. Mitdiskutant Julien Schröder-Gianoncelli bekennt sich als Europäer – und bezeichnet die EU als bestes Mittel, um innereuropäische Kriege zu verhindern und gemeinsame Interessen durchzusetzen: „Alleine würden wir gegen heutige und zukünftige Wirtschaftsmächte wie Indien, China, Russland, USA, Brasilien, Indonesien absolut nichts ausrichten ...“

Reaktionen auf EU-Rede Merkel will auf Camerons „Wünsche“ eingehen

Die EU-Rede Camerons sorgt für Kopfschütteln, aber vereinzelt auch für Zustimmung.

Veronika Csizi ergänzt ihre Hoffnung, „dass es ausreichend vernünftige Briten gibt, die das ebenso sehen.“ Gleich mehrere Nutzer sind da allerdings eher skeptisch und trauen den Briten – sollte es tatsächlich zu einer Abstimmung kommen – eine nachhaltige Entscheidung nicht zu. Andreas Jupe glaubt, „dass der Großteil nicht die ganzen Folgen seiner Entscheidung erkennen kann“.

  • 23.01.2013, 14:03 Uhrpivi

    Es lebe die Demokratie. Dann aber richtig!
    Im übrigen Europa wird eine Bürgerbefragung durchgeführt, ob die Britten mit bestehenden oder neuen Sonderrechten in der EU bleiben dürfen.

  • 23.01.2013, 14:16 UhrSupporter

    Eingang klares "ja" zum Austritt der Briten! Nur dadurch kann das dumme Gerede um die Alternativlosigkeit der Eu-Politik ad absurdum geführt werden! "GB, tretet aus, wir folgen Euch"!

  • 23.01.2013, 14:26 UhrStinksauer

    Schafft die EU-Kommission mit ihren ganzen farblosen Gestalten ab und ersetzt sie durch eine Regierung, die vom EU-Parlament gewählt wurde. Sonst sehe ich schwarz für die gesamte EU. Wenn ich Barroso, Ashton, Oettinger, Van Rompuy & Co. nur sehe, bekomme ich jedes Mal schon einen Hals.

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