Letzte Amtsreise
Hagel auf Abschiedsbesuch in Afghanistan

In Absprache mit Obama: Seine letzte Amtsreise führt den scheidendem Pentagon-Chef Hagel in die afghanische Hauptstadt. Fast beiläufig kündigte er an, dass die USA künftig über 10.000 Soldaten im Land belassen wolle.
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KabulUS-Verteidigungsminister Chuck Hagel ist am Samstag zu einem letzten unangekündigten Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingetroffen. Hagel, der demnächst seinen Posten an Ashton Carter übergibt, kam aus Anlass des Endes des internationalen Kampfeinsatzes Ende des Jahres. Hagel äußerte sich auf dem Flug nach Kabul optimistisch über die Zukunft Afghanistans.

Das Land sei „weit gekommen“ seit Beginn des internationalen Einsatzes 2001 und die neugewählte Regierung und ihre Sicherheitskräfte seien bereit, die Verantwortung zu übernehmen.

Die Afghanen hätten heute die Fähigkeit, selbst über "ihr eigenes Schicksal, ihren eigenen Weg" zu entscheiden, sagte Hagel. Ihnen gehe es „deutlich besser“ als vor 13 Jahren. Der Nato-geführte Kampfeinsatz endet Ende des Jahres. Von kommendem Jahr an soll eine deutlich kleinere Militärmission die afghanischen Sicherheitskräfte mit Ausbildern und Beratern unterstützen. Kampfeinsätze sollen aber zur Selbstverteidigung und bei einer akuten Bedrohung der afghanischen Sicherheitskräfte erlaubt bleiben. Es wird erwartet, dass Hagel die US-Streitkräfte besucht und afghanische Politiker trifft.

Er kündigte an, dass die USA weiterhin bis zu 10.800 US-Soldaten ab 2015 in Afghanistan stationieren. Dies sei auch schon von Präsident Barack Obama gebilligt worden. Bisher hatte Obama die Zahl der US-Soldaten, die nach dem Jahreswechsel in Afghanistan bleiben sollen, auf 9800 begrenzt. Die Soldaten sollen offiziell keine Kampfeinsätze mehr bestreiten, sondern vor allem die Ausbildung der einheimischen Streitkräfte unterstützen.

US-Präsident Barack Obama hatte am Freitag bekanntgegeben, dass Hagel von Carter abgelöst wird, der seinerseits bis Ende 2013 Vize-Pentagonchef war. Nach Ansicht von Beobachtern zieht Obama mit dem Wechsel an der Spitze des Ministeriums die Konsequenz aus der Bedrohung durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), die ihn zu Luftangriffen im Irak und Syrien gezwungen hat. In dieser Situation wurde Hagel, der als Gegner von Kampfeinsätzen bekannt ist, offenbar nicht mehr als der richtige Mann im Pentagon betrachtet.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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