Letzte größere Rede
Annan warnt USA vor diplomatischen Alleingängen

Der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die USA aufgefordert, diplomatische Alleingänge zu unterlassen und die Menschenrechte auch im Kampf gegen den Terrorismus zu wahren.

HB INDEPENDENCE. „Mehr als je zuvor braucht Amerika, wie der Rest der Menschheit, ein funktionierendes globales System, in dem die Weltbevölkerung Herausforderungen gemeinsam meistern kann“, sagte Annan am Montag in Independence im US-Bundesstaat Missouri. Keine globale Institution könne ohne die Beteiligung der USA viel erreichen.

Annan hielt seine letzte Rede von größerer Bedeutung als UN-Generalsekretär in der nach dem früheren US-Präsidenten Harry Truman benannten Bibliothek. Er verwies darauf, dass Truman die Geschicke der Welt nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit großer Voraussicht gelenkt habe. Das Vorgehen Trumans, der von 1945 bis 1953 US-Präsident war, könne ein Vorbild für die USA der heutigen Zeit sein, sagte Annan, der Ende des Monats vom früheren südkoreanischen Außenminister Ban Ki Moon im Amt des UN-Generalsekretärs abgelöst wird.

Während Annans zehnjähriger Amtszeit an der Spitze der Vereinten Nationen (UN) waren Meinungsunterschiede zwischen dem Generalsekretär und der US-Regierung unter Präsident George W. Bush an der Tagesordnung. Vertreter der Bush-Regierung sagten, die USA sollten die UN nur dann zu Rate ziehen, wenn es im nationalen Interessen sei. Annan kritisierte besonders den Einmarsch der USA im Irak im März 2003, der ohne die Zustimmung des UN-Sicherheitsrats erfolgte.

Ein weiterer Streitpunkt war die geplante Erweiterung des UN-Sicherheitsrats. Annan setzte sich für zehn zusätzliche Sitze ein. Die Regierung in Washington wollte dagegen nur Japan und wenige andere Staaten neu aufnehmen, da andernfalls die Effektivität des Gremiums in Frage gestellt werde. Annan wiederholte nun seine Forderung nach einer stärkeren Beteiligung armer und schwacher Staaten. „Nur in multilateralen Institutionen können sich Staaten gegenseitig zur Verantwortung ziehen“, sagte er. „Deswegen ist es wichtig, dass diese Institutionen fair und demokratisch organisiert werden."

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