Im Norden Libanons wurden bei schweren Kämpfen zwischen Anhängern und Gegnern der Regierung mindestens zwölf Milizionäre getötet und 20 weitere verwundet, wie Sicherheitsbeamte und Krankenhausmitarbeiter mitteilten. Das Feuergefecht wurde in der Ortschaft Halba in Akkar statt, einer entlegenen, mehrheitlich von Sunniten bewohnten Region im äußersten Norden des Landes, ausgetragen.
Anhänger des sunnitischen Spitzenpolitikers Saad Hariri stürmten ein Büro der Syrischen Sozialen Nationalischen Partei, die mit der schiitischen Hisbollah-Miliz verbündet ist. Das Gebäude wurde in Flammen gesetzt. Damit stieg die Zahl der Toten seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen Sunniten und Schiiten am Mittwoch in Beirut auf 37.
Bundeskanzlerin Angela Merkel beriet am Samstag mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon über die Unruhen im Libanon. In einem Telefonat drückten beide die Hoffnung aus, dass das Treffen der Arabischen Liga am Sonntag die brisante Lage beruhigen wird und eine Rückkehr zum friedlichen Dialog ermöglicht. Beide Politiker unterstrichen ihre Unterstützung für die gewählte Regierung von Ministerpräsident Fuad Siniora. Dieser hatte die Streitkräfte am Samstag zur Wiederherstellung von Recht und Ordnung aufgerufen. Nach den heftigen Straßenkämpfen der vergangenen Tage warf Siniora der schiitischen Hisbollah-Miliz einen Putsch vor. Die Hisbollah hatte in den vergangenen Tagen fast alle muslimischen Viertel Beiruts unter ihre Kontrolle gebracht.

