Libanon
Israel will Hisbollah hinter Litani-Fluss drängen

Israel hat am Dienstag seine Bodenoffensive im Südlibanon ausgeweitet. Das Ziel: Die Hisbollah soll hinter den Fluss Litani zurückgedrängt und ihre Stellungen an und in der Nähe der israelischen Grenze zerstört werden, bevor eine Waffenruhe ausgerufen werden kann.

HB BEIRUT. Israelische Soldaten und Milizionäre der pro-iranischen Hisbollah-Miliz lieferten sich heftige Feuergefechte. Eine Armeesprecherin bestätigte Kämpfe im Bereich der Ortschaft Aita al-Schaab, etwa zehn Kilometer südöstlich der Hisbollah-Hochburg Bint Dschbeil. Auch in der weiter nördlich gelegenen Ortschaft Taibe werde gekämpft. Nach Angaben der israelischen Armee wurden bei Bodengefechten in den vergangenen 48 Stunden etwa 20 Hisbollah-Kämpfer getötet.

Ein Hisbollah-Vertreter bestätigte, dass sich die Kämpfe mit israelischen Bodentruppen auf Ortschaften östlich von Tyrus konzentrieren. Die Hisbollah habe dabei drei Kämpfer verloren, sagte er. „Die Israelis versuchen, mehrere Frontabschnitte zu eröffnen, um eine Sicherheitszone im Südlibanon einzurichten“, fügte er hinzu.

Die israelische Luftwaffe hatte in der Nacht auch erneut mehrere Ziele im Libanon angegriffen. Eine israelische Armeesprecherin teilte mit, es seien Abschussrampen für Katjuscha-Raketen sowie Milizionäre der radikalen Hisbollah-Miliz beschossen worden. Zudem seien ein Waffenlager und Zufahrtstraßen in der Bekaa-Ebene angegriffen worden, um Waffenlieferungen aus Syrien an die Hisbollah zu verhindern.

Der iranische Außenminister Manuchehr Mottaki warf den Vereinten Nation in der Libanon-Krise Versagen vor. In nunmehr drei Wochen seit Beginn der israelischen Offensive im Libanon haben die UN „nicht ihre Pflicht gegen diese Aggression getan“, sagte Mottaki am Montagabend nach einem Treffen mit seinem französischen Kollegen Philippe Douste- Blazy in Beirut. Der französische Außenminister hob die wichtige Rolle Teherans bei der Suche nach einer Lösung der Krise hervor.

Unterdessen kamen mit einem LTU-Airbus am Dienstag weitere 131 deutsche Libanon-Flüchtlinge am Düsseldorfer Flughafen an. Unter den Passagieren waren auch 32 Kinder. Es ist bereits der sechste Evakuierungsflug der Fluggesellschaft LTU aus dem Libanon im Auftrag der Bundesregierung. Bisher wurden nach Angaben des Auswärtigen Amts rund 6 000 Deutsche aus dem Libanon heimgeholt.

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