Libanon-Krieg
Hisbollah-Führer bedauert seinen Befehl

Hätte Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah gewusst, welche Auswirkungen sein Befehl zur Entführung zweier israelischer Soldaten haben würde, hätte er ihn nach eigenem Bekunden nicht ausgesprochen. Nun sucht der Chef der radikal-islamischen Organisation nach einem Ausweg. Er will Gefangene austauschen. In diesem Zusammenhang wird auch Deutschland genannt.

HB JERUSALEM. Niemand habe damit gerechtet, dass die Gefangennahme der Soldaten zu einem „Krieg zu dieser Zeit und in diesem Ausmaß“ führen könnte, sagte Nasrallah am Sonntag dem libanesischen Sender News. Wenn er es geahnt hätte, dann hätte er den Befehl niemals gegeben.

Die Hisbollah hatte am 12. Juli bei einem Angriff drei israelische Soldaten getötet und zwei entführt. Danach begann ein 34-tägiger Krieg, der am 14. August endete. Dabei starben auf beiden Seiten hunderte Menschen, vor allem Zivilisten. Die israelische Armee bombardierte Dörfer und auch die libanesische Hauptstadt Beirut, zerstörte Wohnblocks, Straßen, Brücken, den Flughafen und Industrieanlagen. Die Hisbollah antwortete mit dem Raketenbeschuss israelischer Siedlungen.

Nasrallah sagte weiter, es gebe erste Kontakte, die zu Verhandlungen über einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah führen könnten. „Die Israelis haben anerkannt, dass dieser Fall in Richtung Verhandlungen und Gefangenenaustausch geht.“ Italien und die Vereinten Nationen hätten ihr Interesse bekundet, hier zu vermitteln. Italien bestätigte dies für sich. Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri solle die Federführung bei Verhandlungen übernehmen.



Nach Angaben des israelischen Onlinediensts „Ynet“ verhandelt Israel jedoch keineswegs mit der Hisbollah. Die israelische Regierung rede derzeit nicht mit der Hisbollah, wurden am Sonntag regierungsnahe Kreise zitiert. Israel sei mit der libanesischen Regierung in Kontakt.

Die ägyptische Zeitung „Al Ahram“ hatte berichtet, dass Deutschland einen Gefangenenaustausch zwischen Israel und der Hisbollah vermittelt. Durch die deutsche Hilfe solle spätestens in drei Wochen der Austausch zu Stande kommen, berichtete die Kairoer Zeitung am Sonntag unter Berufung auf hohe Regierungsbeamte. Ein deutscher Unterhändler bereite derzeit eine Lösung vor.

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