Libanon-Truppe
Frankreich geht auf Konfrontationskurs zu Syrien

Eine Stationierung ausländischer Truppen jenseits seiner Grenze zum Libanon hatte sich Syrien strikt verbeten. Genau das wird nach Ansicht der französischen Regierung jedoch eine der zentralen Aufgaben der Uno-Friedenstruppe für den Zedernstaat sein.

HB PARIS/DAMASKUS. Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte am Mittwoch, die Blauhelmsoldaten würden alle Grenzen des Landes absichern, um unerlaubte Waffenlieferungen an die libanesische Hisbollah-Miliz zu verhindern. Frankreichs oberster Diplomat wies damit eine Äußerung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad vom Dienstag zurück. Dieser hatte eine Stationierung von Uno-Soldaten an der libanesisch-syrischen Grenze als „eine feindeselige Handlung“ bezeichnet.

Israel verlangt, dass eine auf 15 000 Mann verstärkte Uno-Truppe zur Überwachung des Waffenstillstands im Südlibanon auch Grenzübergänge überwacht, um Waffenlieferungen an die Hisbollah zu verhindern. Nach den Worten des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert würde eine solche Überwachung auch die Aufhebung der Luft- und Seeblockade gegen den Libanon ermöglichen.

Die zuletzt geäußerte Kritik, dass Frankreich sich nur mit einer relativ kleinen Anzahl Soldaten an der Uno-Truppe beteiligen will, wies Außenminister Douste-Blazy zurück: „Man kann nicht einfach mal so entscheiden, tausende Männer da rein zu schicken.“ Eine Aufstockung der Truppe sei jedoch möglich, sobald die Bedingungen der Uno-Mission klar würden. Letztendlich müsse Frankreichs Präsident Jacques Chirac über die Anzahl der Soldaten entscheiden. Die Regierung in Paris hatte sich ursprünglich als Führungsmacht ins Gespräch gebracht, hat bisher aber nur eine Entsendung von 200 Soldaten angekündigt.

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