Libanon
Überläufer soll Hariri-Mörder preisgegeben haben

Ein ranghoher syrischer Überläufer soll entscheidend dazu beigetragen haben, dass die Ermittler im Libanon den mutmaßlichen Mördern des früheren Ministerpräsidenten Rafik Hariri auf die Spur kamen. Ein libanesischer Richter hatte am Wochenende Haftbefehl wegen Mordes und Terrorismus gegen den Kommandeur der Präsidentengarde, Mustafa Hamdan, und drei frühere syrienfreundliche Generäle der Sicherheitsdienste erlassen.

HB BEIRUT. Der französische Internetbrief "Intelligence Online" berichtet, der syrische Geheimdienstoffizier Oberst Mohamed Safi habe in Saudi-Arabien vor saudischen und amerikanischen Geheimagenten ausgepackt. Safi sei bis dahin Kabinettschef des Leiters des syrischen Militärgeheimdienstes, Hassan Challil, gewesen.

Unter Berufung auf Diplomatenkreise in Beirut schreibt "Intelligence Online", Safi sei anschließend zwei Mal in Genf vom deutschen Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis vernommen worden. Er leitet im Auftrag der Vereinten Nationen die Ermittlungen im Fall Hariri. Safi habe wertvolle Angaben zu dem Sprengstoff gemacht, der bei dem Anschlag benutzt wurde und bei einer slowakischen Firma gekauft worden sei. Mehlis hatte die Festnahme der vier Generäle angeordnet und will am 10. September zur Vernehmung von Zeugen nach Syrien reisen.

Hariri war am 14. Februar bei einem Sprengstoffanschlag in Beirut getötet worden, der weiteren 20 Menschen das Leben kostete. Der Mord löste syrienfeindliche Proteste in Libanon aus, die zu internationalem Druck auf Damaskus und schließlich zum Abzug der syrischen Truppen aus Libanon führten. Der syrische Machthaber Baschar al-Assad hatte erst kürzlich in einem "Spiegel"-Interview jede Verwicklung seines Landes in das Attentat auf Hariri bestritten.

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