Libanon
Uno beschließt Sondertribunal zu Hariri-Mord

Der Uno-Sicherheitsrat hat das internationale Sondertribunal zum Mord am früheren libanesischen Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri gebilligt. Im Libanon wurden unterdessen alle Feiern zum Unabhängigkeitstag wegen der Ermordung von Industrieminister Pierre Gemayel abgesagt.

HB NEW YORK/BEIRUT. Mit einem Schreiben an Uno-Generalsekretär Kofi Annan machte der Sicherheitsrat den Weg für das Sondertribunal am Dienstag frei. Annan soll die Pläne formell der libanesischen Regierung zur Zustimmung vorlegen. Diese hatte in der vergangenen Woche trotz des Rücktritts von sechs pro-syrischen Ministern bereits den Uno-Statuten für das Tribunal zugestimmt.

Das Tribunal soll über die Verdächtigen in dem Hariri-Mord im vergangenen Jahr urteilen. Das mehrheitlich mit internationalen Richtern besetzte Tribunal soll außerhalb des Libanons tagen. Einer Uno-Untersuchungskommission waren syrische und libanesische Sicherheitskräfte an dem Anschlag auf den Syrien-Kritiker beteiligt. Syrien war jahrelang Ordnungsmacht im Libanon.

Unterdessen wurde der Sarg mit der Leiche Pierre Gemayel zum Haus seiner Familie in Bikfaja gebracht. Die Beerdigung soll am morgigen Donnerstag stattfinden. Präsident Emile Lahoud verurteilte das Attentat auf den antisyrischen Politiker in einer Fernsehansprache als „Katastrophe, die alle Libanesen getroffen hat“. Es sei Teil einer Verschwörung, die mit der Ermordung Hariris im Februar 2005 begonnen habe.

Die Ermordung des Industrieministers löste am Dienstag international Besorgnis aus. Es wird befürchtet, dass das Attentat die politischen Spannungen im Libanon weiter verschärft. Gemayels Falange-Partei gehört der antisyrischen Parlamentsmehrheit an, die in den vergangenen Tagen einen erbitterten Machtkampf mit der prosyrischen Hisbollah führte. Diese hat mit dem Sturz der Regierung gedroht, falls sie kein größeres Mitspracherecht im Kabinett erhält.

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