Liberale verlieren Parlamentswahl
Regierungswechsel in Kanada

Nach mehr als zwölf Jahren liberaler Regierungen wird Kanada künftig von den Konservativen regiert. Ministerpräsident Paul Martin räumte in der Nacht zum Dienstag seine Niederlage bei der Parlamentswahl ein und kündigte seinen Rücktritt vom Vorsitz der Liberalen Partei an. Nach vorläufigen Ergebnissen wurde die Konservative Partei unter dem 46-jährigen Wirtschaftswissenschaftler Stephen Harper stärkste politische Kraft.

HB OTTAWA. Nach vorläufigen Ergebnissen entfallen auf die Konservativen 122 der 308 Parlamentssitze, das sind 24 mehr als bisher. Die Liberalen stellen nur noch 103 Abgeordnete - 30 weniger als bisher. Neuer Premierminister wird voraussichtlich der Parteichef der Konservativen, Stephen Harper (46), der sich um ein besseres Verhältnis zur US-Regierung von Präsident Bush bemühen will. Der Wahlsieg seiner Partei hat nur einen kleinen Schönheitsfehler: Sie verfehlte die absolute Mehrheit, so dass Harper nach Einschätzung kanadischer Fernsehsender eine Minderheitsregierung bilden wird. Dabei wäre er auf die Unterstützung der linken Opposition angewiesen. Eine Koalitionsregierung galt in der Hauptstadt Ottawa als unwahrscheinlich, weil die Unterschiede zwischen den Parteien sehr groß sind.

Der separatistische Bloc Quebecois erreichte demach 50, die linksgerichtete Neue Demokratische Partei 31 Mandate. In Ottawa wird erwartet, dass Generalgouverneurin Michaëlle Jean Harper in ein bis zwei Wochen vereidigen wird. Jean vertritt das Staatsoberhaupt Kanadas, die britische Königin Elizabeth II.

In Neufundland und anderen Provinzen an der Ostküste sicherten sich die Liberalen zwar 19 von 32 Sitzen. Die Konservativen schnitten aber offenbar überraschend gut im französischsprachigen Quebec und in der Provinz Ontario ab, einer traditionellen Hochburg der Liberalen. Nach den letzten Umfragen vor der Wahl war der Sieg für Oppositionsführer Harper erwartet worden.

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