Liberalisierung
Indien stoppt Öffnung des Einzelhandels

Indiens Regierung legt die Liberalisierung des Einzelhandels vorerst auf Eis. Das vorläufige Ende der Initiative gilt als schwerer Rückschlag für den indischen Ministerpräsident.
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Neu-DelhiDie indische Regierung hat ihre Pläne zur Öffnung des Einzelhandelssektors des Landes für ausländische Unternehmen vorerst auf Eis gelegt. Die Entscheidung über die Liberalisierung des Handels sei vertagt worden, bis das Parlament wieder ordnungsgemäß arbeite, sagte Energieminister Farooq Abdullah.

Im vergangenen Monat hatte die Regierung die Lockerung der Zugangsbeschränkungen für ausländische Investoren beschlossen. Demnach sollten Firmen aus dem Ausland künftig 51 Prozent an Supermärkten in großen Städten und 100 Prozent von Geschäften einzelner Marken erwerben dürfen.

Die Marktöffnung werde zu sinkenden Verbraucherpreisen führen, hieß es in der Begründung des Kabinetts. Die Gegner der Liberalisierung hingegen erklärten, die Reformen würden vor allem kleinen Geschäften schaden, die das Rückgrat des indischen Einzelhandels bilden.

Das vorläufige Ende der Initiative galt als schwerer Rückschlag für Ministerpräsident Manmohan Singh. Die Regierung war mit dem Vorschlag auf harten Widerstand gestoßen. Die Proteste der Opposition und der Koalitionspartner hatten das Parlament tagelang lahmgelegt. Wie lange die vorläufige Suspendierung des Vorhabens dauern soll, war zunächst unklar.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kehrt hier ein Land zur Vernunft zurück und besinnt sich mal wieder auf sich selbst? Es wäre gut, wenn einer den Anfang macht.
    Globalisierung wurde doch in den letzten Jahren völlig falsch verstanden und hieß doch nichts anderes, als a.) heimische Unternehmen verdrängen und b.) ausbeuten.
    Globalisierung aber wäre richtg, wenn es wieder so läuft wie es immer war: Handel mit allen, das was wir nicht haben, liefert uns ein anderes Land und was die nicht haben, liefern wir.
    Schon vor dem 2. WK hatten große deutsche Unternehmen ihre Dependencen im Ausland bis hin nach China. Aber die Waren, die dort produzeirt wruden, wurden dort verkauft und nicht wie jetzt dort billigst produziert um sie dann hier teuer zu verkaufen und gleichzeitig hier die Firmen zu schließen und die Arbeiter zum Amt schicken
    Wir müssen alle zurück zu unseren Wurzeln nur so können wir alle wieder gut und in Frieden miteinander leben.
    Unsere Politiker benutzen das Wort Globalisierung doch mittlerweile als Drohung. Alles was hier schief läuft, wird mit Globalisierung erklärt. Das sit so blöde wie unwahr.
    Ich brauche kein giftiges Spielzeug aus China, das hat mit Globalisierung nichts zu tun, das ist nichts weiter als Gier und hündisches Kriechen, anstatt nein zu solchen Importen zu sagen
    Früher hieß das mal Welthandel und genau dahin müssen wir zurück zu einem ganz normalen Welthandel

  • Schön zu lesen, daß es Länder gibt, in denen intelligente Politiker weitsichtig etwas für ihr Land tun und nicht dem neoliberalen Wahn nachrennen.
    Europa macht in Griechenland gerade das Gegenteil. Dort werden die kleinen Händler den neoliberalen Irrsinn geopfert. Das Land wurde ausländischen konzernen zum Fraß vorgeworfen.

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