Liberia
Opposition vermutet Wahlbetrug

Im verarmten Staat Liberia haben die Bürger sich offenbar klar für die derzeitige Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf ausgesprochen. Dennoch wird es wohl zu einer Stichwahl kommen - die Opposition wittert bereits Betrug.
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MonroviaDie liberianische Präsidentenwahl wird aller Voraussicht nach erst in der zweiten Runde entschieden. Amtsinhaberin Ellen Johnson Sirleaf lag am Sonntag nach Auszählung von 80 Prozent der abgegebenen Stimmen mit 44,6 Prozent vor ihren Herausforderern Winston Tubman mit 31,4 und Prince Johnson mit 11,2 Prozent. Diese und andere Oppositionskandidaten hatten der Wahlbehörde zuvor Manipulationen zugunsten von Sirleaf vorgeworfen und damit gedroht, den Wahlgang vom vergangenen Dienstag nicht anzuerkennen.

Die Oppositionsparteien erklärten, sie könnten ihre Vorwürfe mit Fotos und Zeugenaussagen belegen. Nach Angaben internationaler und örtlicher Beobachter verlief die Präsidentenwahl am Dienstag friedlich, größere Unregelmäßigkeiten wurden nicht festgestellt.

Zuvor war am Samstag auch ein Büro der Regierungspartei abgebrannt. Die Polizei verfolge nach dem Zwischenfall am frühen Morgen mehrere Verdächtige, sagte Polizeisprecher George Bardue.

In der ersten Wahlrunde muss einer der 16 Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen erhalten, um Präsident zu werden. Ist das nicht der Fall, kommt es zu einer Stichwahl. Tubman ist der Kandidat der Partei des früheren Fußballstars George Weah, der für das Vizepräsidentenamt antrat. Prince Johnson hat erklärt, er wolle die Rolle eines Königmachers spielen.

Sirleaf, die erste gewählte Präsidentin eines afrikanischen Landes, wurde als einer von drei Preisträgerinnen kürzlich der diesjährige Friedensnobelpreis zuerkannt. Damit werde ihre Rolle bei der Stabilisierung des westafrikanischen Landes nach 14 Jahren Bürgerkrieg anerkannt, erklärte das Nobelpreiskomitee.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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