Libyen-Diplomatie
Neue Spekulationen über Gaddafis Rückzug

Das Regime in Libyen sowie Großbritannien lassen ranghohe Vertreter nach diplomatischen Lösungen für die Konflikte in Libyen suchen. Derweil verlängern die USA auf Bitten der Nato ihre Teilnahme an Kampfeinsätzen.
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Athen/WashingtonDie Spekulationen über ein Ausstiegsszenario des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi haben in der Nacht zum Montag durch einen Zeitungsbericht neue Nahrung bekommen. Nach Informationen der „New York Times“ hat der Sohn des Diktators, Saif al-Islam, einen Lösungsvorschlag für den Konflikt mit den Rebellen unterbreitet, der auch den Rückzug seines Vaters vorsieht. Dies habe die Zeitung von einem Diplomaten mit engen Verbindungen zum libyschen Regime erfahren. Der Vorschlag sei allerdings weder bei der Regierung noch bei den Rebellen auf offene Ohren gestoßen.

Im Bemühen um eine Lösung des Konflikts um Machthaber Muammar al Gaddafi hat das libysche Regime am Sonntag einen Gesandten zu Gesprächen nach Griechenland geschickt. Das Außenministerium in Athen teilte mit, der frühere libysche Ministerpräsident und amtierende Außenminister Abdul Ati al Obeidi sei mit Regierungschef Giorgos Papandreou zusammengetroffen und werde anschließend in die Türkei und nach Malta weiterreisen. Das Regime in Tripolis „sucht offenbar nach einer Lösung“, sagte Außenminister Dimitris Droutsas.

Die libysche Regierung strebt nach eigener Aussage ein Ende der Kämpfe mit den Aufständischen in dem nordafrikanischen Land an. Diese Botschaft von Machthaber Muammar Gaddafi habe der libysche Vize-Außenminister dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou überbracht, sagte ein Regierungsvertreter in Athen am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Griechenland hatte über viele Jahre enge Beziehung zu Gaddafi.

Großbritannien entsandte unterdessen Diplomaten nach Libyen, um dort unter anderem Mitglieder des Nationalen Übergangsrats der Opposition zu treffen. Ein kleines Team unter Führung des ranghohen Diplomaten Christopher Prentice sei am Samstag in der libyschen Stadt Bengasi eingetroffen, hieß es am Sonntag in einer Erklärung des britischen Außenministeriums. Die Diplomaten wollten sich vor Ort über den Übergangsrat und die Lage im Land informieren.

Eine westliche Militärallianz versucht, mit Luftangriffen die Zivilbevölkerung vor Angriffen der Regierungstruppen zu schützen. Die USA haben ihre Beteiligung auf Bitten der NATO um 48 Stunden verlängert. NATO-Sprecherin Oana Lungescu erklärte am Sonntag, wegen schlechter Wetterverhältnisse in den vergangenen Tagen habe die Allianz um ein längeres Engagement Washingtons gebeten. Die Verlängerung gilt demnach bis (zum morgigen) Montag.

Die US-Streitkräfte wollten sich eigentlich ab Samstag nicht mehr an den Luftangriffen gegen die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi beteiligen. Als Voraussetzung für eine Ausnahme wurden eine ausdrückliche Bitte der NATO und eine Genehmigung Washingtons genannt.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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