Libyen
EU kündigt dauerhafte Hilfe für Rebellen an

Eine EU-Politikerin in der Rebellenhochburg: Der Besuch der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton in Bengasi soll den Aufständischen Mut machen. Ashton kündigte an, die EU werde das libysche Volk weiterhin unterstützen.
  • 1

BengasiDie Europäische Union hat den libyschen Aufständischen dauerhafte Unterstützung zugesagt. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton sagte bei einem Besuch der Rebellenhochburg Benghasi am Sonntag, die Unterstützung aus Europa sei nicht auf kurze Zeit ausgerichtet und werde gegeben, solange das libysche Volk das wünsche.

Sie habe mit Vertretern der Übergangsregierung unter anderem über Fragen der Gesundheitsversorgung, der Grenzsicherung und der Reform der Sicherheitsdienste gesprochen. Ashton ist die ranghöchste Politikerin, die den Rebellen einen Besuch abstattete.

Ashton eröffnete ein Büro in Bengasi, das die Aktionen der EU im Land koordinieren soll. "Dies ist ein wichtiges Signal dafür, dass die EU das libysche Volk unterstützt", sagte Ashton vor ihrer Abreise in Brüssel. Das Büro werde zunächst im zentral gelegenen Tibesti Hotel untergebracht, wo Diplomaten und internationale Vertreter residieren.

Die EU unterstützt seit Wochen die Aufständischen in Libyen bei ihrem Kampf gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi. Bereits im März wurde Gaddafi und sein engster Kreis mit Einreiseverboten belegt. Die EU-Außenminister wollen bei ihrem Treffen an diesem Montag über weitere Sanktionsmöglichkeiten gegen Gaddafi sprechen, darunter einen offiziellen Boykott der Öllieferungen Libyens.

Für den Chef der Übergangsregierung ist Ashtons Besuch eine Anerkennung für das Streben des libyschen Volkes nach Freiheit und Demokratie. Das libysche Volk spreche der Union deshalb seinen Dank aus, sagte Mustafa Abdel Dschalil.

Unterdessen wurde bekannt, dass Frankreich laut einem Zeitungsbericht beim internationalen Militäreinsatz gegen das Gaddafi-Regime in Libyen auch Kampfhubschrauber einsetzten will. Der Hubschrauberträger „Tonnerre“ sei bereits am vergangenen Dienstag aus dem südfranzösischen Toulon in Richtung libysche Küste in See gestochen, berichtete der „Figaro“ am späten Sonntagabend online.

An Bord seien zwölf Kampfhubschrauber der französischen Heeresfliegereinheit Alat, die bereits in den kommenden Tagen in Libyen zum Einsatz kommen könnten. Es handele sich um einen großen strategischen Schritt in dem seit Mitte März dauernden Einsatz, berichtete die Zeitung. Bislang waren bei der Militäraktion, deren Führung die Nato Anfang April übernommen hatte, über libyschen Gebiet nur Kampfflugzeuge und Marschflugkörper eingesetzt worden.

Mit dem von einem UN-Mandat gedeckten Einsatz soll die libysche Bevölkerung vor Angriffen des Regimes von Machthaber Muammar al-Gaddafi geschützt werden. Militärexperten hatten jedoch gewarnt, dass Gaddafis Truppen, die häufig auch zivile Fahrzeuge nutzen und in kleineren Einheiten operieren, mit reinen Luftschlägen kaum zu bekämpfen seien.

„Der Einsatz der Hubschrauber von der „Tonnerre“ ist der Weg, um den Boden zu erreichen“, zitierte „Le Figaro“ aus informierten Kreisen. Dadurch würden die Chancen erhöht, den Aufständischen den entscheidenden militärischen Vorteil gegen die Truppen des Regimes zu verschaffen. Ziel sei es, den Einsatz bis Ende Juli zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen, noch bevor der Fastenmonat Ramadan beginne und hohe Temperaturen die militärischen Operationen in dem nordafrikanischen Land weiter erschweren würden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Libyen: EU kündigt dauerhafte Hilfe für Rebellen an"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Für was soll DEUTSCHLAND noch alles bezahlen? Deutschland ist Hauptzahler der EU, somit bleibt es letztendlich wieder am DEUTSCHEN Steuerzahler hängen!!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%