Libyen
Gaddafi ruft zur Tötung politischer Gegner auf

Der libysche Staatschef Muammar Gaddafi hat zur Liquidierung seiner politischen Gegner aufgerufen. Nur "unreife Menschen" würden einen neuen Kurs in Libyen wollen, sagte der Präsident. Damit versetzte er jüngst aufgekeimten Reformhoffnungen einen Dämpfer. Auch ausländische Firmen sieht Gaddafi nicht gern in seinem Land.

HB TRIPOLIS. „Gott sei Dank, unsere Revolution hat gewonnen ... und die ganze Welt akzeptiert unser revolutionäres Projekt, von dem Völker überall auf der Erde profitieren“, sagte Gaddafi in einer am Donnerstag im Fernsehen ausgestrahlten Rede zum 37. Jahrestag seines Staatsstreichs. „Unsere Feinde wurden im Innern Libyens zerstört, und ihr musst bereit sein, sie zu töten, wenn sie wieder kommen.“

Forderungen nach einem politischen Wechsel in Libyen würden nur von „ignoranten und unreifen“ Menschen gestellt, sagte Gaddafi. Es könne nicht geduldet werden, dass Gegner das politische System in Frage stellten. Gaddafis einflussreicher Sohn Saif al-Islam hatte erst vor wenigen Tagen einen Mangel an Pressefreiheit in dem nordafrikanischen Land beklagt.

Libyen stecke politisch in der Sackgasse, brauche Reformen und müsse sich aus dem Griff einer „libyschen Mafia“ befreien, hatte Saif al-Islam gesagt. Er ist der prominenteste von Gaddafis Söhnen und gilt als enger Vertrauter seines Vaters. Exil-Libyer hatten die Hoffnung geäußert, Gaddafi könnte in seiner Jubiläumsrede Reformen in Aussicht stellen.

Zugleich rief Gaddafi Libyer zur Gründung von Ölfirmen auf. Ausländische Gesellschaften verdienten Millionen mit libyschem Öl. Es wäre besser, wenn die Libyer selbst vom Öl-Reichtum ihres Landes profitierten. Arme Libyer sollten außerdem Anteile an nationalen Ölfirmen erhalten.

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