Libyen-Konflikt
Gaddafi-Regime: Diplomatie statt Granaten

Nach wochenlangem Kampf gegen die Rebellen und Nato-Flugzeuge versucht sich Gaddafi auf diplomatischem Parkett. Sein Vize-Außenminister sprach in Athen vor. Derweil dauern die Kämpfe um die Ölstadt Brega unvermindert an.
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Athen/Al-BregaDas Regime des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi lotet Wege für eine diplomatische Lösung des blutigen Konflikts in dem Mittelmeerland aus. Dies ließ der griechische Außenminister Dimitris Droutsas am Montag durchblicken, nachdem der libysche Vize-Außenminister Abdul Latif al-Obeidi am Sonntagabend in Athen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou zusammengetroffen war. „Aus dem, was uns der Gesandte Libyens gesagt hat, geht hervor, dass das Regime auf der Suche nach einer Lösung zu sein scheint“, erklärte Droutsas.

Spekulationen über ein Ausstiegsszenario nährte auch ein Bericht der „New York Times“ in der Nacht zum Montag. Diesem zufolge habe der Sohn des Diktators, Saif al-Islam, einen Lösungsvorschlag für den Konflikt mit den Rebellen unterbreitet, der auch den Rückzug seines Vaters vorsieht. Dies habe die Zeitung von einem Diplomaten mit engen Verbindungen zum libyschen Regime erfahren. Der Vorschlag sei allerdings weder bei der Regierung noch bei den Rebellen auf offene Ohren gestoßen. Aber auch nach Informationen aus Kreisen des Athener Außenministeriums soll Gaddafi in erster Linie daran interessiert sein, wie seine Zukunft und die seiner Familie aussehen soll.

Offiziell wollte sich jedoch das griechische Außenministerium zum genauen Inhalt der Gespräche mit Gaddafis Emissär Al-Obeidi nicht äußern. Papandreou habe aber diesem gegenüber deutlich gemacht, dass die Beschlüsse der Vereinten Nationen (UN) - sofortige Einstellung der Kampfhandlungen und ein Ende der Gewalt gegen Zivilisten - ohne Wenn und Aber befolgt und umgesetzt werden müssten.

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