Libyen-Konflikt
Italien will vermitteln und Soldaten ausbilden

In Libyen konkurrieren zwei Regierungen, die von verfeindeten Milizen unterstützt werden. Politiker befürchten, dass sie Allianzen mit IS-Kämpfern schmieden. Italien appelliert an die internationale Gemeinschaft.
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RomItalien will in dem immer gefährlicher werdenden Konflikt in Libyen eine Waffenruhe vermitteln. Die internationale Gemeinschaft müsse rasch handeln, um zu verhindern, dass Libyen vollends im Chaos versinke und seine Nachbarländer mitreiße, sagte Außenminister Paolo Gentiloni am Mittwoch in Rom vor dem Parlament.

Italien sei bereit, bei der Vermittlung einer Waffenruhe zu helfen und die reguläre Armee im Rahmen eines Mandates der Vereinten Nationen (UN) auszubilden. In New York sollte später der UN-Sicherheitsrat über die Lage in Libyen beraten. Ägypten hat ein internationales Bündnis mit UN-Mandat verlangt, um die radikalislamische IS-Miliz in seinem Nachbarland zu bekämpfen.

Es bestehe die große Gefahr, dass die konkurrierenden Milizen in Libyen Allianzen mit der IS-Miliz schmiedeten, sagte Außenminister Gentiloni. „Die sich verschlechternde Situation im Land zwingt die internationale Gemeinschaft, rasch zu handeln, bevor es zu spät ist.“ In Libyen konkurrieren zwei Regierungen, die von verfeindeten Milizen unterstützt werden. Die eine herrscht von der Hauptstadt Tripolis aus, die vom Westen unterstützte Regierung ist nach Tobruk im Nordosten geflohen. Die ägyptische Luftwaffe hatte am Montag Angriffe auf IS-Stellungen im Libyen geflogen, nachdem der IS 21 ägyptische Christen hingerichtet hatte.

Italien hat nicht zuletzt wegen der Flüchtlinge großes Interesse an Stabilität in Libyen. Italiens südliche Inseln liegen nur rund 300 Kilometer von der libyschen Küste entfernt. Hunderttausende Menschen sind bereits mit Hilfe von Schleuserbanden von dort übers Mittelmeer geflohen und illegal nach Italien eingereist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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