Libyen-Krieg
Briten helfen Rebellen mit Militärberatern

Großbritannien will Libyens Rebellen mit Militärberatern unterstützen. Die Nato beklagt die furchtbaren Zustände in der eingeschlossenen Stadt Misrata: Gaddafi-Truppen missbrauchen Frauen und Kinder als Schutzschilde.
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Tripolis/Kairo Großbritannien will die libyschen Rebellen mit der Entsendung von Militärexperten unterstützen. Es sollen „erfahrene Militärberater“ nach Bengasi geschickt werden, teilte der britische Außenminister William Hague am Dienstag mit. Sie sollen die Rebellen im Kampf gegen die Truppen von Machthaber Muammar al-Gaddafi unterstützen. Die Stärke des Kontingents nannte er nicht. Zuvor hatte Hague mehrfach erklärt, Waffenlieferungen an die libyschen Rebellen seien nicht vorgesehen. Großbritannien hatte bisher bereits mit schusssicheren Westen und mit Satelliten-Telefonen geholfen.

Nato-General Charles Bouchard hat derweil schwere Vorwürfe gegen die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi in in der umkämpften Stadt Misrata erhoben: Die Soldaten würden sich in Zivilkleidung in der Nähe von Krankenhäusern verstecken, von Moscheedächern schießen und Frauen und Kinder als Schutzschilder missbrauchen, sagte der Nato-Kommandeur des Militäreinsatzes in Libyen in einem Interview mit dem kanadischen Fernsehen CBC.

Die Soldaten hätten mit Radpanzern in Schulen Stellung bezogen und ihre Uniformen abgelegt, um nicht aufzufallen. „Wir haben mindestens 20 tote Kinder bestätigt und viele mehr, die durch Splitter von Mörsergranaten, Artilleriegeschossen und Schusswunden verletzt worden sind“, sagte eine Sprecherin des Kinderhilfswerks Unicef in Genf unter Berufung auf Informationen von Ärzten in Misrata.

Auch ihre schweren Waffen würden die Gaddafi-Truppen in der seit sieben Wochen belagerten Stadt Misrata bei Krankenhäusern, Schulen und Moscheen aufstellen, berichtet Bouchard. Den Nato-Kampfpiloten, die nach einem UN-Sicherheitsratsbeschluss vom März die libysche Zivilbevölkerung schützen sollen, seien die Hände gebunden.

Die Nato hat eingestanden, dass das Vorgehen der internationalen Koalition gegen die Gaddafi-Truppen in Misrata weiterhin schwierig darstelle. Laut dem Vorsitzenden des Militärkomitees der Nato, Giampaolo di Paola, hätten die Operationen der Allianz "beträchtlichen Schaden" an den schweren Waffen des Regimes angerichtet, dennoch seien die militärischen Ressourcen Gaddafis noch "erheblich".

Hunderte Nato-Angriffe haben in den vergangenen Wochen zwar Radarstationen und Flugabwehrkanonen neutralisiert, in den Kämpfen innerhalb der Städte - so auch in Misrata - waren sie weniger erfolgreich. Es sei dort sehr schwierig, Mörser und Raketenwerfer zu lokalisieren, so Nato-Admiral di Paola.

Nach libyschen Oppositionsangaben vom Dienstag wurden in den letzten zwei Tagen bei den Angriffen auf die Mittelmeer-Stadt Dutzende Menschen getötet. Insgesamt sind laut den Rebellen beim Aufstand gegen das Gaddafi-Regime bisher 10 000 Menschen getötet worden. Gaddafis Truppen beschossen Misrata nach Angaben von Amnesty International auch am Dienstag wieder. Die Front verlaufe durch das Zentrum der drittgrößten libyschen Stadt, die das letzte Bollwerk der Rebellen im Westen des Landes ist. Im Hafen von Misrata sind immer noch mehr als 3000 afrikanische Gastarbeiter gestrandet, die auf ihre Evakuierung durch Schiffe internationaler Hilfsorganisationen warten.

Die Gaddafi-Regierung hatte der UN am Montag zugestanden, Hilfslieferungen nach Misrata zu bringen und die humanitäre Lage vor Ort einzuschätzen. Bislang kann die von Gaddafi-Truppen eingeschlossene Stadt nur über See erreicht werden. Dort dauerten jedoch die Kämpfe trotz der Vereinbarung an. Die UN-NothilfekoordiNatorin Valerie Amos sagte in Bengasi, sie habe keine Garantien bekommen, dass die Feindseligkeiten zur Versorgung der Bevölkerung eingestellt werden. Ein Einwohner der Stadt berichtete, dass Gaddafi-Truppen die von Rebellen gehaltenen Stadtteile weiter mit Raketen und Artillerie unter Beschuss nehmen.

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Die Uno soll Westlibyen versorgen - aber nicht Misrata

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  • Wenn Broccoli der Hauptrohstoff von damals Saddam Hussein in Iraq und heute Gaddafi in Lybien wäre, würden die USA und die NATO keine Kriege unter scheinheilige Vorwände führen. Wer interessiert sich für die Menschen in Sudan, die Elfenbeinküste, Nordkorea, Bahrain, etc....Niemand! Kein Öl = Keinen interessiert!! Kein Obama, kein Cameron und kein Sarkozy. Das muss man sich mal vorstellen: Der Friedennobelpreisträger startet ohne Genehmigung seines Kongresses einen Krieg (Bush lässt grüßen) und der kleine Eton/Oxford Junge Cameron und Möchtegern Sarkozy lassen Ihre Flugzeuge Tripolis bombardieren. Das ist Wahsinn! Stoppt den Krieg! Wir brauchen Frieden!!

  • Da fällt mir doch gerade auf das Gaddafi zwar viel Öl, aber garkeine Lobby hat...

    ...und Öl immer wertvoller wird!

    Nicht auszudenken was man mit dem Gegenwert für Unheil anrichten könnte. Naja, zum Schutze des lybischen Volkes wird das jetzt vermutlich sichergestellt und gemeinnützigen Zwecken zugeführt.
    Da werden sich die Lybier sicher freuen.

  • Solche Posts mussten bei der einseitigen Berichterstattung doch früher oder später kommen.

    Außerdem kennt keiner die Ziele der Rebellen.
    "Gaddafi muss weg", ja aber was kommt dann?

    Und bei den "uneigennützigen Weltenrettern" offenbaren sich mit der Zeit Anfangs vehement geleugnete Interessen:

    http://www.godmode-trader.de/nachricht/US-und-UK-teilten-Iraks-OEl-noch-vor-Kriegsbeginn-auf-Brent-Crude-Rohoel-WTI-Oel,a2519394.html

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